Frage : Gegen welche Krankheiten müssen Kaninchen geimpft werden ? Es antwortet Tierarzt Dr. Klaus Kutschmann, Vizepräsident der Tierärztekammer Sachsen-Anhalt.

Vor allem in den Sommermonaten besteht für Kaninchen erhöhte Infektionsgefahr. Sie sollten daher bereits im Frühjahr gegen die Krankheiten Myxomatose und Chinaseuche – auch RHD genannt – geimpft werden. In größeren Kaninchenbeständen empfiehlt sich zudem auch eine Impfung gegen den ansteckenden Kaninchenschnupfen.

Myxomatose und Chinaseuche werden in erster Linie durch blutsaugende Insekten übertragen. Aber auch über das Futter und das Einatmen der Viren kann die Infektion verbreitet werden. Da es sich um Virus infektionen handelt, gibt es derzeit für erkrankte Tiere keine Behandlungsmöglichkeit. Nur durch rechtzeitige Impfungen lassen sich Erkrankungsfälle vermeiden.

Die Impfung gegen Myxomatose verleiht nur einen relativ kurzen Schutz. Der etwa zwei Wochen nach der Impfung einsetzende Impfschutz hält für etwa sechs Monate an. Bei sehr hohem Infektionszahlen sind rund 70 bis 90 Prozent der geimpften Tiere geschützt. Sollte trotzdem ein Tier erkranken, verläuft die Erkrankung leichter, und die Tiere sterben nicht.

Da die Ansteckungsgefahr vor allem im Sommer und zu Beginn des Herbstes besteht, müssen ältere Tiere, die sehr früh geimpft worden sind, im Spätsommer nachgeimpft werden. Auch die im Frühjahr und Sommer geborenen Jungtiere, die ab der vierten Lebenswoche geimpft werden können, dürfen nicht vergessen werden.

Die Impfung gegen die Chinaseuche verleiht in der Regel einen einjährigen Infektionsschutz und ist nach zehn bis 14 Tagen vollständig entwickelt. Diese RHDImpfung kann zeitgleich mit der Myxomatoseimpfung erfolgen, die Tiere sollten mindestens sechs Wochen alt sein.

Der ansteckende Kaninchenschnupfen spielt nur in größeren Zuchtbeständen eine Rolle. ( ukl )

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