Frage : Inwieweit kann Elektrosmog die Gesundheit, zum Beispiel den Schlaf, beeinträchtigen ? Es antwortet Diplom-Psychologin Annette Bölter von der Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des Universitätsklinikums Magdeburg.

Es gibt keine wissenschaftlich abgesicherten Hinweise, dass elektrische Felder oder zum Beispiel durch Handys erzeugte elektro-magnetische Felder die Gesundheit beeinträchtigen können. Es gab viele Untersuchungen zu dieser Frage, keine kam jedoch zu einem sicheren Ergebnis. Bei unverändert bestehenden Symptomen wie zum Beispiel Schlafproblemen können sich Betroffene durch zeitweiliges Ausschalten aller elektrischen Quellen versichern, dass auch in ihrem individuellen Fall keine Befürchtungen durch Elektrosmog bestehen.

Oftmals ist es gut, wenn der Patient auch aus psychosomatischer Sicht untersucht wird. Denn nicht selten haben Symptome dieser Art auch etwas mit der Seele – wie etwa mit Stress oder emotionalen Belastungen – zu tun und können deshalb nicht durch organmedizinische Untersuchungen oder Umweltursachen erklärt werden. Unter psychosomatischen Beschwerden leiden viele Menschen.

Anhand der Ergebnisse des Bevölker ungssurveys Sachsen-Anhalt 2003 erklärt das Ministerium für Gesundheit und Soziales in seinem 5. Gesundheitsbericht, dass nur wenige Sachsen-Anhalter von Beschwerden des eher psychosomatischen Spektrums völlig verschont blieben. So beklagten 93 Prozent der Menschen Müdigkeit, 86 Prozent Rückenschmerzen, 85 Prozent Kopfschmerzen, 83 Prozent eine gedrückte Stimmung, 81 Prozent Konzentrationsschwierigkeiten und 71 Prozent Schlafprobleme. Wie stark diese Symptome dann Beeinträchtigungen und Leiden verursachen, ist individuell verschieden. Wenn die Beschwerden also trotz Meidens der elektrischen Felder bestehen bleiben, sollte ein Facharzt beziehungsweise eine Klinik für Psychosomatische Medizin aufgesucht werden. ( ukl )

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