Magdeburg (vs) l Störungen des Fettstoffwechsels waren nicht immer so häufig wie heute. Ihre Erhöhung ist vor allem die Folge der veränderten Lebensweise. Körperliche Arbeit ist seltener geworden, das Nahrungsangebot dagegen reichhaltiger. Spiegelbild dafür ist häufig der eigene Fettstoffwechsel. Aber ab wann wird es gefährlich und wie bekommt man seinen Körper wieder in die richtige Balance?

Fette (Lipide) sind neben Eiweißen, Zuckern und Salzen lebenswichtige Substanzen. Die wichtigsten Fette im Blut sind die vorwiegend mit der Nahrung aufgenommenen Triglyceride und das Cholesterin.

Doch Cholesterin an sich - ebenso wie Fett - ist nichts Schlechtes. Im Gegenteil, ohne Cholesterin könnten Menschen nicht leben. Der fettartige Stoff ist ein wichtiger Bestandteil der Körperzellen, ohne den die Zellen keine schützende Hülle besäßen und zerfließen würden. Auch für die Herstellung einiger Hormone (körpereigene Botenstoffe) ist Cholesterin notwendig. Steigt jedoch der Fettgehalt des Blutes über den normalen Wert an, können bei einer Untersuchung erhöhte Cholesterin- oder Triglyzeridspiegel festgestellt werden. Dann liegt eine Fettstoffwechselstörung vor, die die Gesundheit gefährden kann.

Wenn Werte vorliegen, die eine ärztliche Behandlung notwendig werden lassen, wird zuerst untersucht, ob die Ursachen für diese Störung familiär oder organisch bedingt sind. Organische, also durch andere Krankheiten des Körpers hervorgerufene, Störungen können zum Beispiel auf Schilddrüsen- oder Leberkrankheiten beruhen. Kann eine organische Ursache ausgeschlossen werden, empfiehlt sich dringend eine Umstellung der Lebensgewohnheiten, denn Übergewicht und Bewegungsmangel gehören zu den Hauptrisikofaktoren. Reicht dies nicht aus, kann eine medikamentöse Therapie notwendig sein.

Beim nächsten Medizinischen Sonntag - einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe von Volksstimme, Urania und Universitätsklinikum - am 19. Januar geht es um Störungen des Fettstoffwechsels und die Frage, wann eine Behandlung sinnvoll ist. Umfassend Auskunft darüber geben Professor Berend Isermann und Dr. Katrin Borucki vom Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie des Uniklinikums in ihren Vorträgen. Der 110. Medizinische Sonntag beginnt um 10.30 Uhr im Uni-Hörsaal 1, Gebäude 26 (Nähe Universitätsbibliothek) in der Pfälzer Straße. Der Eintritt ist frei.