Infoveranstaltung

Wo: KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V., Fermersleber Weg 25, Magdeburg

Wann: 13. März, 14 bis 16 Uhr

Telefonforum: Außerdem besteht die Möglichkeit, am 13. März zwischen 10 und 12 Uhr die Fachärzte zu befragen (Tel.: 0391-2880932).

Magdeburg l "Eine eingeschränkte Nierenfunktion ist der größte Risikofaktor für Herzkreislauferkrankungen und Schlaganfälle", sagt Professor Dr. Peter R. Mertens, Nierenspezialist und Leiter der Universitätsklinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Diabetologie und Endokrinologie anlässlich des Weltnierentages am 13. März 2014.

Leider werden nicht rückgängig zu machende Nierenschädigungen oftmals erst in einem fortgeschrittenen Stadium festgestellt. Mitunter bleibt den Betroffenen dann nur noch die künstliche Blutwäsche (Dialyse) bzw. eine Organtransplantation. "Die Zahl der dialysepflichtigen Patienten in Deutschland wird auf rund 75000 geschätzt, wobei genaue Daten leider fehlen", so Prof. Mertens. Über 8000 Menschen warten auf eine Spenderniere - Tendenz steigend.

Ein statistisch erhöhtes Risiko besteht für Senioren und Patienten mit Diabetes mellitus, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen sowie Menschen mit schwerem Übergewicht (BMI über 40). Risikofaktoren für akute Schäden sind u.a. Medikamentennebenwirkungen (insbesondere durch unkontrollierte Langzeiteinnahme weitverbreiteter Schmerzmedikamente und Antibiotika), diagnostische Untersuchungen mit Kontrastmittelgabe im medizinischen Bereich und Notfälle mit Blutverlust (Unfälle, Operationen, Geburten).

Um künftigen Generationen das Schicksal von Dialyse und Organtransplantationen möglichst zu ersparen, rät der Magdeburger Nierenfacharzt allen Menschen ab 35 Jahren im Rahmen der "Check up-35"-Vorsorgeuntersuchung zu Kontrollen auf Eiweißausscheidung im Urin. Die Kontrollen sollten etwa alle zwei Jahre durchgeführt werden. Bei Patienten mit einem deutlich erhöhtem Risiko von Nierenschädigungen (Diabetikern und Hochdruckpatienten) ist ein jährlicher Nierencheck ratsam.

"Wenn eine gesteigerte Eiweißausscheidung vorliegt, ist das Risiko für eine fortschreitende Nierenerkrankung bis zu 20-fach erhöht. Der behandelnde Arzt wird versuchen, durch Optimierung des Blutdrucks, Normalisierung des Blutzuckerspiegels und Korrektur der Blutzusammensetzung (Säure-Basen-Haushalt, Vitamin-D-Stoffwechsel) das Fortschreiten der Nierenschäden zu vermeiden", so Prof. Mertens.

Einem Teil der dialysepflichtigen Menschen kann mit einer Organspende geholfen werden - entweder von einem toten Organspender oder einem Lebendorganspender aus dem familiären Umfeld. "Bedauerlicherweise ist in den vergangenen Jahren die Zahl jener Menschen, die bereit sind, nach dem Tod Nieren zu spenden, deutlich gesunken", erklärt Prof. Mertens. Neben einem Vertrauensverlust in das Vergabesystem sieht der Arzt auch eine allgemeine Unkenntnis über die Nierenspende im Alter als einen Grund.

Aufklären wollen die Nierenfachärzte am 13. März mit einer Infoveranstaltung in Magdeburg.