Magdeburg (jq) l Am 31. Oktober werden wieder viele Kinder "Süßes oder Saures" verlangen. Denn es ist Halloween. Die Vorstellung, wie viel Süßigkeiten zu Halloween in den Kindermündern landen, ist ein Graus für Zahnärzte. Der Magdeburger Zahnarzt Dr. Carsten Hünecke verrät im Volksstimme-Interview, wie die Süßigkeiten-Tour auch ohne viel Zucker gelingt.

Volksstimme: Am 31. Oktober wird es förmlich wieder Süßigkeiten regnen auf die Kinder, die in Scharen durch die Wohngebiete pilgern - ein Grausen für jeden Zahnarzt?
Dr. Carsten Hünecke:
Wenn ich mir vorstelle, was da alles wieder in die Münder wandert, kommen mir schon Bedenken, keine Frage!

Aber was verschenken Sie? Ich würde am liebsten Zahnpasta schenken, müsste ich nicht fürchten, dass sie dann nicht zum Putzen benutzt wird, sondern auf meiner Türklinke landet.

Im Ernst: Wozu raten Sie? Gibt es Süßigkeiten, die Sie tolerieren würden? Immer auf der sicheren Seite ist man aus Sicht des Zahnmediziners mit Süßigkeiten, die unter dem Logo des Zahnmännchens mit Schirm verkauft werden. Die enthalten keinen Zucker. Da gibt es Bonbons, Gummitiere und sogar Schokolade. Ein sogar richtig zahngesunder Tipp ist zuckerfreies Kaugummi, das ja auch zur Zahnpflege für "zwischendurch" empfohlen wird.

Das Kauen regt den Speichelfluss an, der nach dem Genuss all der anderen Süßigkeiten gebraucht wird, um die Zuckerreste zu verdünnen und wegzuspülen und die Zahnoberflächen wieder mit Mineralien zu versorgen. Wer nicht gleich zum Zähneputzen kommt, tut den Zähnen mit solchem Kaugummi etwas Gutes.

Und gibt es Süßigkeiten, die überhaupt nicht gehen? Durchaus. Man muss wissen, dass die Gefahr für die Zähne umso größer wird, je länger die Süßigkeiten in der Mundhöhle verbleiben. Es ist also besser, die ganze Halloween-Beute auf einmal oder - wenn es zu viel ist - in größeren Mengen an mehreren Tagen zu verspeisen als verteilt über den ganzen Tag. So kann sich das Milieu der Mundhöhle wieder erholen.

Daraus ergibt sich, dass Dauerlutscher und klebrige Bonbons oder Snacks schädlicher sind als beispielsweise Schokolade, die sich schneller auflöst und geschluckt wird. Man kann also beim Einkaufen der Süßigkeiten, die man verschenken will, auch schon etwas tun, um Zahnschäden bei den Kindern weniger wahrscheinlich zu machen.

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