Modell und Wohnort entscheiden den Preis
Typklasse

Die 25.000 Automodelle sind in verschiedene Typklassen eingestuft, je nachdem wie viele und wie teure Schäden die Fahrer verursachen.
Berücksichtigt werden die Reparaturkosten und Diebstähle der letzten drei Jahre. Es gibt 16 Klassen in der Haftpflicht, 25 in der Teilkasko und 24 Klassen in der Vollkasko. Je niedriger die Typklasse, desto günstiger der Preis. Die Typklassen werden jedes Jahr neu festgelegt.

Regionalklasse
Ähnlich wichtig sind die Regionalklassen. Auf dem Land passieren weniger Unfälle. Die Versicherten können dort mit niedrigeren Beiträgen auskommen als in Großstädten. Der Gesamtverband der Versicherer gibt eine Statistik mit 400 Zulassungsbezirken heraus. Sie basieren auf Schäden der letzten fünf Jahre. Auch Diebstählte, Sturm- und Hagelschäden oder Wildunfälle fließen ein.

Aufgestiegen ist Magdeburg um eine Klasse in der Kfz-Haftpflicht. Gesunken um eine Klasse in der Teilkasko sind der Harz, Salzlandkreis und Anhalt-Bitterfeld. Ebenfalls um eine Klasse gesunken sind in der Vollkasko der Altmarkkreis Salzwedel, die Börde und die Landeshauptstadt.

Auf einem Blick
30. November (in diesem Jahr ein Sonntag) ist der Stichtag zur regulären Kündigung. (Zudem gibt es ein Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhung, Fahrzeugwechsel und Schadensfall.)

Wer wirklich sparen will, sollte mehrere Vergleichsportale im Internet aufrufen. Nicht alle Versicherungen laufen über alle Portale. In einigen Fällen sind die Konditionen bei Direktversicherern sogar günstiger als auf den Vergleichsportalen:

www.check24.de
www.huk24.de
www.verivox.de
www.nafiauto.de

Weitere Infos zum Thema:
www.finanztip.de/kfz-versicherung

Leipzig/Henstedt-Ulzburg (dpa) l Wer seine Kfz-Versicherung wechselt, will oft vor allem Geld sparen. Das kann sich lohnen: "Wenn sich die Fahrzeug-Typklasse gleich um mehrere Stufen verschlechtert, kann das richtig teuer werden. Insbesondere dann, wenn man auch noch in einer ungünstigen Schadenfreiheitsklasse ist", stellt Andrea Heyer von der Verbraucherzentrale Sachsen fest. "Ein paar hundert Euro zusätzlich können es dann schon werden." Sei ein Fahranfänger zunächst an einen teuren Versicherer geraten, könne er durch einen Wechsel zu einem günstigen Anbieter sogar mehr als 1000 Euro sparen, so die Referatsleiterin Finanzdienstleistungen.

Es sei ratsam, die eigene Kfz-Versicherung jedes Jahr zu überprüfen, bestätigt Bianka Bobell, Beraterin beim Bund der Versicherten. Wichtig sei, dabei nicht allein auf die günstigste Prämie zu achten, sondern vor allem auf die Leistungen. Fast jeder Versicherer habe einen leistungsstarken und einen abgespeckten Tarif. Wer vergleiche, müsse also zunächst schauen, um welche Variante es sich handelt.

Durch den Versicherungswechsel sind laut dem Verbraucherportal Verivox bei leistungsstarken Tarifen über 60 Prozent Sparpotenzial drin, bei Basistarifen sogar noch mehr. Das hätten Modellrechnungen mit aktuellen Angeboten gezeigt.

"Wer seinen Vertrag vor 2013 abgeschlossen hat und schon lange unfallfrei fährt, sollte aber genau überlegen, ob der Wechsel lohnt", rät Bobell. Solche älteren Verträge enthielten oft einen sogenannten Rabattretter. Damit hat man nach Erreichen der höchsten Schadensfreiheitsklasse einen Unfall "frei", er wirkt sich also nicht auf die Prämienhöhe aus. Diese Option gebe es bei neueren Verträgen kaum noch. Stattdessen bieten einige Versicherer nun gegen einen Zusatzbeitrag einen "Rabattschutz" an. Dieser gelte aber nur für den jeweiligen Versicherer. Wer also nach einem Unfall den Anbieter wechselt, wird in dem neuen Vertrag nachträglich hochgestuft, warnt Bobell.

Kathrin Jarosch vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) empfiehlt, zu überlegen, ob es familiäre oder berufliche Veränderungen gab, und die eigenen Bedürfnisse mit den Leistungen zu vergleichen, statt sich nur an der Prämie zu orientieren. Wenn sich beispielsweise durch einen Umzug der Arbeitsweg mit dem Pkw verkürzt, könne das zu einer verringerten Fahrleistung führen und sich auf die Versicherungskosten auswirken.

Auch Pannenhilfe-Leistungen oder die Bindung an bestimmte Werkstätten seien unterschiedlich geregelt.

Wer die Tarife und Leistungen gegeneinander abwägen will, muss darauf achten, dass der Vergleich anbieterunabhängig ist, betont Verbraucherschützerin Heyer: "Das trifft auf Internetportale nicht immer zu." Empfehlenswerter sei unter anderem das Angebot der Stiftung Warentest. Für 10 Euro per Post oder 7,50 Euro im Internet ermittelt sie günstige Versicherungstarife.

Das Thema Telematik-Tarife wird nach Meinung der Expertinnen auch im kommenden Jahr noch keine große Rolle spielen. Bei diesem in Deutschland bisher nur in Pilotprojekten erprobten Verfahren werden die Autos mit einer Box ausgestattet, die das individuelle Fahrverhalten analysiert. Diese Daten fließen in die Berechnung der Tarife ein. Vorsichtiges Fahren wird belohnt, kritische Manöver wie starkes Bremsen und Beschleunigen schlagen negativ zu Buche.

Es sei noch nicht abzusehen, ob sich solche Tarife etablieren können, sagt Bianka Bobell. Obwohl solche Tarife in anderen Ländern schon üblich seien, rät Beraterin Bobell zu einer skeptischen Herangehensweise, da man als Versicherter "gläsern" werde. Auch Verbraucherschützerin Heyer warnt, sich von einer etwas niedrigeren Prämie blenden zu lassen: "Denn man bezahlt hier auch mit jeder Menge persönlicher Daten, die eine Menge Kontrollmöglichkeiten bieten und Aufschluss über Hobbys, Gewohnheiten und Besonderheiten geben."

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