Das kleine Gerät, das Leben retten kann

1. Rauchmelder ist nicht gleich Rauchmelder
Fälschlicherweise werden die meisten Rauchmelder alle über einen Kamm geschert. Denn es gibt Unterschiede. Denn kommt der Rauchwarnmelder eher im privaten Bereich zum Einsatz, so wird der Brandwarnmelder vorrangig in Verbindung mit Brandmeldeanlagen in öffentlichen Gebäuden eingesetzt.

2. Sind Rauchmelder wichtig?
Ja, Rauchmelder funktionieren ähnlich wie ein Frühwarnsystem, das heißt: Schon unmittelbar im Entstehen eines Brandherdes in der Wohnung greift der Schutz des Rauchmelders.

3. Wie lange hält er?
Bei einem Rauchmelder geht man grundsätzlich von einer Lebenszeit von zirka zehn Jahren aus. Innerhalb dieses Zeitraums setzt sich die Rauchkammer in der Regel so sehr mit Staub zu, dass der Rauchmelder Fehlalarme produzieren könnte. Mit einem sogenannten Prüfspray kann man schnell und einfach selbst einen einfachen Funktionstest vom Melder vornehmen.

4. Wo muss man sie anbringen?
Rauchmelder gehören in jedem Fall in Schlafzimmer, Kinderzimmer und Flure. Sie sollten in der Raummitte hängen, nicht in den Ecken. Wie man sie anbringt, steht in der Gebrauchsanweisung.

5. Wer bezahlt und wartet den Rauchmelder?
Für den Einbau, die Wartung und Instandhaltung eines Rauchwarnmelders kommt in der Regel der Vermieter auf und ist dafür verantwortlich. Beim Bau eines Hauses muss der Bauherr für die Installation sorgen.

6. Achtung:
Achten Sie auf das CE-Zeichen und die Kennung EN 14604 - für die Zulassung in Deutschland oder Europa - das muss auf Gerät wie Verpackung stehen. Besonders geprüfte Geräte tragen ein Q für geprüfte Qualität oder ein Siegel wie VdS. Anerkannt ist auch das "KRIWAN"-Siegel des TÜV Nord. Kriterien sind unter anderem: Ein Alarmton mit mindestens 85 Dezibel Lautstärke, ein Warnsignal bei Batterieschwäche (mindestens 30 Tage vorher), ein Knopf für den Funktionstest und eine Rauchmesskammer, die das Eindringen des Rauches von allen Seiten gewährleistet. Quelle: rauchmelder.de

Magdeburg (dpa/ma) l Ein Jahr vor der Rauchmelderpflicht für alle Wohnungen in Sachsen-Anhalt rollt die letzte Nachrüstungswelle an. Die großen Wohnungsgesellschaften im Land sind zuversichtlich, die Pflicht in Mietwohnungen pünktlich umsetzen zu können. Eigentümer müssen sich dagegen selbst kümmern. Die Kosten der Geräte liegen bei weniger als einem bis etwa zwei Euro pro Monat und Wohnung.

Bis zum 31. Dezember 2015 müssen Wohnungen über Rauchmelder verfügen. "Wir schaffen das", sagte Ronald Meißner, Direktor des Verbandes der Wohnungsgenossenschaften in Sachsen-Anhalt. Er vertritt rund 200 Unternehmen, die zusammen 360 000 Wohnungen haben. Probleme sieht Meißner eher für kleinere, private Vermieter, die im kommenden Jahr auch mit Produktionsengpässen zu rechnen hätten. Die großen Gesellschaften hätten dagegen bereits 70 bis 80 Prozent ihrer Wohnungen frühzeitig mit Rauchmeldern ausgestattet.

Der Landesverband von Haus Grund sieht die Pflicht zu Rauchmeldern positiv, weil sie Menschenleben retten können. Allein 2013 wurden 284 Menschen in Sachsen-Anhalt bei Bränden aus ihren Wohnungen gerettet. 222 erlitten eine Rauchvergiftung, 116 wurden verletzt und 7 kamen bei Bränden ums Leben. "Die Ausstattung von Wohnungen allerdings vom Gesetzgeber vorzuschreiben und insbesondere dann den privaten Eigentümer oder die Wohnungswirtschaft dafür verantwortlich zu machen, halten wir für verfehlt", erklärte Landespräsident Holger Neumann.

Schlafräume und Kinderzimmer ausstatten

Denn der Gesetzgeber schreibe vor, dass neben wichtigen Fluren alle Schlafräume und Kinderzimmer mit Rauchmeldern ausgestattet werden. "Wie oft kommt es vor, dass insbesondere auch ältere Menschen vor dem Fernseher im Wohnzimmer statt im Schlafzimmer einschlafen?", sagte Neumann, dessen Verband mehr als 5000 Mitglieder in 19 Vereinen zählt. Und niemand könne kontrollieren, ob nicht zum Beispiel der schnarchende Ehepartner zeitweilig auf der Couch im Wohnzimmer übernachtet.

Der Verband Haus Grund schätzt, dass bei privaten Eigentümern weniger als 50 Prozent der Wohnungen über Rauchmelder verfügen. In einer Drei-Raum-Wohnung sei mit monatlichen Kosten von etwa zwei Euro zu rechnen. Der genossenschaftliche Wohnungsverband schätzt die Kosten dagegen auf weniger als einen Euro im Monat. Ein Rauchmelder koste einschließlich Installation etwa 20 Euro, drei Geräte pro Wohnung und eine Umlage auf die Nebenkosten von elf Prozent bedeuteten dann gut 50 Cent pro Monat, rechnete Meißner vor.

Die Pflicht zum Rauchmelder hatte der Landtag vor einigen Jahren eingeführt. Zunächst galt sie nur für Neubauten, jetzt läuft die Frist zur Nachrüstung ab. "In Deutschland werden jährlich über 200 000 Brände registriert. Vor allem kleinere Kinder sind häufig nicht in der Lage, sich rechtzeitig vor den Brandgefahren zu retten", erklärte der Sprecher des Bauministeriums, Peter Mennicke. Daher sei es wichtig, den Brand möglichst schnell zu bemerken. "Der Einbau von Rauch-Warnmeldern an neuralgischen Stellen in Wohnungen kann Leben retten."

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