Erkrankungen der Lunge, der Nasennebenhöhlen und Allergien können zu Atemproblemen führen. Über die Behandlungsmöglichkeiten gaben Fachärzte des Uniklinikums in einem Telefonforum Auskunft. Uwe Seidenfaden notierte Fragen und Antworten.

Frage: Seit längerem leide ich schon unter einer chronischen Nasennebenhöhlen-Entzündung. Zusätzlich habe ich aber auch asthmatische Beschwerden. Was hilft?
Antwort:
Eine länger bestehene chronische Nasennebenhöhlen-Entzündung kann auch auf die tieferen Atemwege, die Bronchien und die Lunge, übergreifen. Wir nennen das ein sinubronchiales Syndrom. Man sollte das endoskopisch und mit einer Computer-Tomografie abklären. Vom Ergebnis ist die weitere Behandlung abhängig.

Können stechende Schmerzen im Brustbereich von einer Lungenentzündung kommen?

Die Lunge verfügt über keine Schmerzsensoren. Wenn bei einer Lungenentzündung Schmerzen auftreten, dann ist das Brustfell (Pleura) beteiligt. Somit sprechen Schmerzen im Brustkorb eher für Durchblutungsstörungen und andere Erkrankungen des Herzens. Untersuchungen durch einen Internisten sind ratsam.

Ich leide immer öfter unter Luftnot beim Fahrradfahren, beim Gehen und beim Treppensteigen. Der HNO-Arzt konnte nichts finden und auch das Belastungs-EKG beim Kardiologen war in Ordnung. Was kann die Ursache sein?
Wenn Erkrankungen im Bereich der Nasennebenhöhlen und des Kehlkopfes ausgeschlossen wurden und auch die Herzfunktion in Ordnung ist, sollte Sie ein Lungenfacharzt untersuchen und einen Lungenfunktionstest (Spiroergometrie) durchführen.

Um die Ursache meiner Kurzatmigkeit festzustellen, soll demnächst eine sogenannte Spiroergometrie durchgführt werden. Worum handelt es sich dabei?
Die Spiroergometrie ermöglicht eine Funktionsuntersuchung der Lunge, des Herzens und der Muskulatur unter körperlicher Belastung. Dabei wird, in Erweiterung des normalen Belastungs-EKGs, zusätzlich die Sauerstoff- und die Kohlendioxidkonzentration in der Ausatmungs- und Einatmungsluft gemessen. Üblicherweise wird ein kontinuierlich ansteigendes Belastungsprotokoll bis zur maximalen Leistungsfähigkeit der Patienten durchgeführt. Die Messung umfasst die Ruhe-, Belastungs- sowie die Erholungsphase. Die Untersuchung hilft bei der Abklärung der Ursachen einer unklaren Atemnot und von Leistungseinschränkungen.

Schon seit längerem klagt meine Mutter über eine anhaltende Heiserkeit, zusätzlich auch unter Luftnot. Das Einatmen fällt ihr schwer. Der Hausarzt hat sie an einen HNO-Arzt überwiesen. Was kann die Ursache sein?
Bei den geschilderten Problemen kann es sich möglicherweise um Probleme im Bereich des Kehlkopfes handeln, beispielsweise Entzündungen oder Lähmungen der Stimmlippen oder eine Kehlkopf-Geschwulst. Durch eine Endoskopie kann der HNO-Arzt das herausfinden, um Gewissheit zu bekommen.

Mein Mann leidet unter Atemnot durch eine COPD. Deshalb versucht er körperliche Belastungen zu vermeiden. Wie kann ich ihn dennoch zu Spaziergängen und sportlichen Aktivitäten motivieren?
Die COPD ist der Sammelbegriff für die chronisch obstruktive (verengende) Bronchitis und das Lungenemphysem. Durch eine chronische Entzündung der Bronchien und Lungenbläschen verliert die Lunge ihre Elastizität. Dadurch wird der Luftstrom vor allem beim Ausatmen behindert und es entwickelt sich im Laufe der Jahre ein Reizhusten, Kurzatmigkeit und Atemnot. Um den weiteren Abbau der Atemmuskulatur zu bremsen, ist es wichtig, mit dem Rauchen aufzuhören und sich angemessen körperlich zu belasten - d.h. zunächst gering belasten und dann die zurückgelegte Strecke langsam steigern. Eventuell kann man durch zusätzliche Sauerstoffgabe die Belastung reduzieren. Regelmäßige Bewegung verbessert meist das Befinden.

Besteht ein erhöhtes erbliches Risiko, wenn Vater und Mutter an einer COPD leiden?
Das erbgenetische Risiko ist vergleichsweise gering im Vergleich zu den Umweltfaktoren, die eine Entstehung der COPD begünstigen. Das ist insbesondere das Rauchen. Auch das ständige Passivrauchen ist ein Risikofaktor. Als weitere mögliche Risiken werden Luftverschmutzungen in schlecht gelüfteten Wohnungen mit Kohleheizung sowie durch Feinstaub diskutiert. Das Nichtrauchen ist die beste Methode, um das Risiko, eine COPD zu entwickeln, zu vermindern.

Durch das linke Nasenloch bekomme ich schlechter Luft als durch das rechte Nasenloch. Besonders hinderlich ist das bei Erkältungen. Mein HNO-Arzt hat eine sogenannte Septumdeviation diagnostiziert. Ist eine operative Korrektur ratsam?
Eine Septumdeviation bedeutet, dass die Nasenscheidewand zwischen beiden Nasengängen nicht symmetrisch verläuft. Dadurch kann die Atmung durch eine Nasenhälfte stark beeinträchtigt sein. In solchen Fällen kann eine operative Begradigung der Nasenscheidewand und Operation der Nasenmuscheln für Erleichterung sorgen. Der Eingriff ist in der Regel gefahrlos und führt zu einer Verbesserung der Nasenatmung. Narben sind nicht sichtbar.

Ich habe schon seit vielen Jahren eine COPD. Kürzlich wurde eine erbsengroße Geschwulst in der Lunge festgestellt. Mir wurde eine Chemotherapie empfohlen, aber die verschlechtert möglicherweise zusätzlich meine Atembeschwerden durch COPD. Gibt es Alternativen?
Die Behandlung richtet sich nach der Art des Lungentumors und danach, ob bereits Metastasen vorliegen. Wenn der Tumor klein ist und keine Metastasen vorliegen, kann man idealerweise bei geringer Gewebeverletzung selbst bei fortgeschrittener COPD operieren. Alternativ ist, in Abhängigkeit von der Art und Lage des Tumors, auch eine Strahlentherapie möglich.

Können Nasenpolypen auch von allein wieder verschwinden? Wann ist es sinnvoll, sie entfernen zu lassen?
Schleimhautwucherungen im Naseninnenraum verschwinden nur ganz selten ohne eine Behandlung. Zunächst kann man die Nasenpolypen mit Kortison-Nasenspray behandeln. Sollte weiterhin eine Behinderung der Nasenatmung vorliegen, oder kommt es wiederholt zu Entzündungen, sollte man die Polypen vom HNO-Arzt entfernen lassen.

Ich habe eine nächtliche Atemstörung (Schlafapnoe) und schlafe deshalb mit einer Atemmaske. Das Problem ist, dass meine Nase dadurch austrocknet. Was kann ich tun?
Um ein Austrocknen der Nasenschleimhaut bei Beatmung mit einer CPAP-Maske zu vermeiden, wird empfohlen, die Maske in Kombination mit einem Luftbefeuchter einzusetzen. Zusätzlich können Sie regelmäßig salzhaltige Nasenspülungen durchführen oder Öle und Salben zur Pflege benutzen.

 

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