Magdeburg ( rgm ). Die bleibenden Zähne melden sich in der Regel ganz still und unbemerkt : Nicht die spektakuläre Frontzahnlücke zum Schulanfang gibt den Auftakt für die Wechselgebiss-Phase, sondern die ersten großen Backenzähne an den Enden der Milchzahnreihe im Unterkiefer sind die Ersten. Für sie muss kein Milchzahn seinen Platz räumen, und so fällt es oft kaum auf, dass sie aus dem Kieferknochen wachsen.

Wohl dem, der seine Milchzähne gründlich putzt und dabei dann auch die neuen Bleibenden pflegt ! Denn diese ersten Backenzähne haben Grübchen in der Kaufläche, sogenannte Fissuren, in denen sich leicht Nahrungsreste verstecken, die für Kariesbakterien ein " gefundenes Fressen " sind. Der Zahnschmelz ist in der Durchbruchphase noch nicht völlig ausgereift und kann diesen schädlichen Einflüssen noch nicht allzu viel entgegensetzen. Er braucht regelmäßiges Putzen und eine fluoridhaltige Zahnpaste.

Das trifft auch auf die folgenden bleibenden Zähne zu, schließlich sollen sie ein Leben lang kariesfrei sein. Nach neueren Erkenntnissen wird empfohlen, dass Eltern das Zähneputzen ihrer Kinder noch bis zum achten Lebensjahr kontrollieren und nachputzen. Erst danach reicht nämlich das feinmotorische Geschick der Kinder aus, das Gebiss mit allen seinen Nischen und Zahnzwischenräumen restlos zu säubern.

Auch wenn bereits eine elektrische Zahnbürste verwendet wird, kann man nicht davon ausgehen, dass alle Zähne " automatisch " sauber werden. Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen bestimmte Prophylaxeleistungen der Zahnarztpraxis für Kinder, die man unbedingt nutzen sollte. Dazu gehört die Versiegelung der Fissuren der gesunden Backenzähne mit einem Fluoridlack, der den Zahnschmelz stärkt und das Eindringen von Nahrungsresten in die Grübchenrillen verhindert.

Nehmen Sie auch den zweiten Zahngesundheitspass zur Hand, den Sie bei der Schuleingangsuntersuchung für Ihr Kind erhalten haben ; er ist eine Fundgrube an Ratschlägen.

Auskunft zu Zahngesundheit gibt es während der Patientensprechstunde der Zahnärztekammer Sachsen-Anhalt mittwochs von 13 bis 15 Uhr unter der Telefonnummer ( 03 91 ) 7 39 39 12.