München ( rgm ). Bis vor Kurzem zerfiel die Welt der Lebensmittel für junge Eltern in zwei Hälften : Hier die guten, weil nicht allergieauslösenden Sachen. Dort die Dinge, die gar nicht gingen, weder in der Schwangerschaft noch in der Stillzeit und schon gar nicht für die Ess-Anfänger. Jetzt läuten Experten die Kehrtwende ein. Denn die wichtigste Empfehlung der neuen offiziellen Leitlinie zur Allergievorbeugung lautet " Toleranz statt Vermeidung ", berichtet die Zeitschrift " Eltern " in ihrer aktuellen Ausgabe.

Für die Leitlinie werteten Mediziner 217 Allergie-Studien aus. Das Resultat, allgemeinverständlich formuliert : Kommt ein Baby früh mit kleinen Mengen vieler verschiedener Nahrungsmittel in Kontakt, stellt sich sein Körper am besten auf neuen Input ein. Winzige Lebensmittelspuren gelangen aus der Nahrung der Mutter zum Ungeborenen oder Säugling – mit der neuen Leitlinie fallen also auch die bisherigen Ernährungsverbote für schwangere und stillende Frauen. Die Ernährungswissenschaftlerin Dr. Imke Reese, Mitglied der Expertenkommission, bezeichnet die überraschende Entwicklung in " Eltern " als " Revolution in der Baby-Ernährung ".

Während der Schwangerschaft gilt das Motto " Alles essen, was ich mag " dennoch nicht ganz. Dr. Reese : " Hackfleisch und Rohmilchprodukte sind für werdende Mütter wegen der möglichen Belastung mit Bakterien weiterhin nicht empfohlen. Später ist nach wie vor die mediterrane Ernährungsweise am besten : viel Gemüse, Früchte, Fisch, Fleisch, hochwertige Öle, alles möglichst frisch gekocht. Das ist nicht nur eine Ernährungsempfehlung für Eltern und Kinder, das ist auch lecker. "

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