Magdeburg ( rgm ). Das nächste Treffen der Selbsthilfegruppe für Angehörige Demenzkranker beginnt am Montag, 17. Mai, um 16 Uhr in den Räumen der KOBES ( Kontakt- & Beratungsstelle für Selbsthilfegruppen ), Breiter Weg 251 in Magdeburg. Es geht um das Thema " Türen öffnen zu Menschen mit Demenz ". Auskunft über die möglichen Hilfen zur Kommunikation bei Demenz wird Diana Braun, Ergotherapeutin der Universitätsklinik für Psychiatrie, geben.

Einfaches Gedächtnistraining kann in der frühen Krankheitsphase für einige Patienten, die dies gerne tun, hilfreich sein. Sie sind in jedem Fall eher zu empfehlen als abstrakte Aufgaben, die Alzheimer-Erkrankte zunehmend schwerer erfassen können. Für das Gedächtnis und um sich im Alltag besser zurechtfinden zu können sind im frühen Stadium der Alzheimer-Krankheit einfache Gedächtnishilfen sinnvoller.

Die Sprache bleibt als Kommunikationsmittel wichtig, auch wenn den Kranken die Worte und Formulierungsmöglichkeiten verloren gehen und sie sich vielleicht nur noch in unverständlichen Silben und Lauten mitteilen können. Miteinander zu reden hat eine wichtige soziale Bedeutung, unabhängig von dem Thema, über das gesprochen wird. Manchmal sieht man Alzheimer-Kranke sich lebhaft und engagiert miteinander unterhalten. Eigentlich redet jeder von etwas anderem, doch sie scheinen sich trotzdem gut zu verstehen. Es ist deshalb sinnvoll, sich mit einem Alzheimer-Kranken zu unterhalten, auch wenn man nur wenig von seinen Äußerungen versteht. Man kann versuchen, auf die Mimik und Gestik des Kranken einzugehen, einzelne Worte aufgreifen, daran anknüpfen und selbst mit deutlicher Mimik und Gestik mit ihm zu sprechen beginnen.

Je weiter die Demenzerkrankung nach der Anfangsphase fortschreitet, desto mehr empfiehlt es sich, auf die Welt der Demenzkranken einzugehen so wie sie sie sehen und nicht wie die Angehörigen und Betreuer sehen. Das heißt, Angehörige dürfen von den Kranken kein Verständnis für ihre Wirklichkeitssicht erwarten. Ihre Erinnerungen bis hin zur Kindheit werden für sie zunehmend näher, wirklicher und stellen einen sichereren und klareren Bezug zu ihrer Identität her, als dies die aktuelle Wirklichkeit vermag.

Viele problematische Verhaltensweisen von Demenzkranken sind Reaktionen, die man aus der Krankheit heraus verstehen und nachvollziehen kann : Rat- und Orientierungslosigkeit können zu Ängstlichkeit, Anhänglichkeit und zum ständigen Wiederholen von Fragen führen. Aggressivität und Wutausbrüche können aus Frustration oder Überforderung entstehen, Depression und Rückzug aus einem Mangel an Aktivität und Ermunterung. Wichtig ist es, solche Faktoren zu erkennen und möglichst zu beseitigen. Um mit problematischen Verhaltensweisen umzugehen, ist es hilfreich, ruhig zu bleiben und auf den Gefühlszustand des Kranken einzugehen. Nähere Auskünfte erteilt Diplom-Sozialpädagogin Silke Hoffmann von der Uniklinik Magdeburg unter Telefon ( 0391 ) 671 42 54.