Das Frühjahr 2010 wird Millionen Pollen-Allergikern in Deutschland einen " Heuschnupfen-Alarm " bescheren. Knackig kalte Temperaturen verhindern in diesem Jahr zwar einen sehr frühen Start der Pollensaison. Doch sobald die Witterung es zulässt, werden die ersten Hasel- und Erlenpollen fliegen. Richtig stark soll der Birkenpollenflug werden.

Magdeburg ( rgm ). Ärzte warnen Allergiker vor einem starken Birkenpollenflug voraussichtlich Ende März bis Ende Mai, schreibt die Stiftung Warentest im aktuellen " test " - Heft. Die Prognose der Europäischen Stiftung für Allergieforschung ( ECARF ) geht auf Messungen des Deutschen Poleninformationsdienstes ( PID ) zurück. Erkennbar ist ein Zwei-Jahres-Rhythmus : In geraden Jahren war der Birkenpollenflug danach besonders stark.

Neben häufigem Niesen, tränenden Augen und verstopfter Nase leiden Heuschnupfengeplagte laut Auskunft des Deutschen Allergie- und Asthmabundes ( DAAB ) unter Husten, Atembeschwerden, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Hautoder Magen-Darm-Problemen.

Viele Heuschnupfen-Patienten vermuten hinter diesen Beschwerden zunächst einen Erkältungsschnupfen und nutzen daher keine ärztliche Behandlung. Doch wer seine Symptome nicht ernst nimmt, läuft langfristig Gefahr, ein allergisches Asthma bronchiale zu entwickeln. Die Atemwegserkrankung kann bei bis zu 40 Prozent aller Heuschnupfenpatienten entstehen, die nicht ausreichend behandelt werden. Ein allergologisch geschulter Arzt kann hier weiterhelfen und die richtige Diagnose stellen. Die Behandlung einer Pollenallergie besteht aus verschiedenen Bausteinen und sollte bei den ersten Beschwerden im Frühjahr begonnen werden :

Medikamentöse Therapie

zur Linderung der allergischen Symptome : Professor Karl Christian Bergmann vom PID rät Birkenpollenallergikern, sich vor Beginn des Pollenfluges mit den notwendigen Medikamenten zu versorgen. In der Selbstmedikation steht laut Stiftung Warentest Cromoglicinsäure als vorbeugendes Mittel zur Verfügung. Es ist wichtig, es rechtzeitig einzunehmen. Denn es dauert ein bis zwei Wochen, bis der Wirkstoff seine Wirkung entfaltet. Gegen akute Beschwerden helfen zum Beispiel Cetirizin und Loratadin.

Allergenvermeidung ( Karenz ) : Sie ist bei Pollenallergien oft schwer möglich, kann aber unterstützend helfen, zum Beispiel Haare vorm Zubettgehen waschen und Pollenfilter im Auto installieren.

Die spezifische Immuntherapie ( Hyposensibilisierung ) : Sie ist laut DAAB die einzige ursächliche Therapie und für Erwachsene und Kinder ab dem Schulalter möglich. Sie ist besonders gut wirksam, wenn sie schon frühzeitig nach der Allergieentstehung eingesetzt werden kann und erfolgt in der Regel über drei Jahre. Bei Patienten, die den optimalen Zeitpunkt für den Beginn einer klassischen Immuntherapie verpasst haben, kann die Behandlung mit Hilfe einer Kurzzeitimmuntherapie noch einige Wochen vor der jeweiligen Pollensaison erfolgen. Ein Tipp aus Großmutters Zeiten wird zunehmend als Linderung für Heuschnupfengeplagte empfohlen : Die Nasendusche. Hierbei werden die Gänge der Nasenhöhle täglich mit Wasser und einem speziellen Salz gespült. Dadurch werden Pollen und Schmutzpartikel einfach hinaus transportiert. Die Nasenschleimhaut wird in ihrer Struktur und Funktion wieder normalisiert, was auch vorbeugend wirkt.

In 60 Prozent aller Heuschnupfenfälle entstehen mit der Zeit sogenannte Kreuzallergien. Durch ähnliche Allergieauslöser reagiert der Körper nicht nur auf die Pollen, sondern auch auf rohes Obst oder Nüsse mit Kribbeln / Juckreiz bis hin zu Schwellungen der Mund- und Rachenschleimhäute.