Anleger, die ihr Depot zu einer neuen Bank übertragen wollen, können einiges tun, damit der Wechsel reibungslos läuft. Das Verbrauchermagazin Finanztest führt sie mit seiner neuen Checkliste Schritt für Schritt durch den Wechsel.

Berlin ( rgm ). Gründe für einen Depotwechsel gibt es viele, zum Beispiel schlechter Service der alten Bank oder hohe Kosten für die Lagerung oder den Wertpapierhandel.

Es kann auch vorkommen, dass eine Bank für den Anleger plötzlich nicht mehr geeignet ist, weil er seine Wertpapiergeschäfte jetzt anders ausführen möchte : Die Targobank – vormals Citibank – bietet zum Beispiel keinen Fondskauf über die Börse an. Die Fondsbank ebase ärgert Käufer von Indexfonds, weil sie neben der Depotgebühr ein volumenabhängiges Entgelt von jährlich 0, 48 Prozent verlangt.

Ein neues Depot bei einer anderen Bank ist schnell eröffnet. Anleger müssen dann noch daran denken, dass von Investmentfonds nur ganze Anteile übertragen werden. Bruchstücke bleiben im alten Depot. Diese Bruchstücke – die Nachkommastellen – entstehen zum Beispiel, wenn Anleger feste Beträge angelegt haben, egal wie viel die ganzen Fondsanteile gerade kosteten.

Wer beispielsweise feste Raten in einen Sparplan einzahlt, bekommt dafür je nach Kurs mal ganze Fondsanteile und mal Bruchstücke dazu. Auch Anleger, die einen festen größeren Betrag auf einen Schlag investieren, kaufen oft neben den ganzen Fondsanteilen noch Teile dazu.

Um den Verkauf der Bruchstücke muss sich der Anleger bei den meisten Banken selber kümmern. Sinnvoll ist es, die Bruchstücke vor dem Übertrag an die Fondsgesellschaft zurückzugeben.

Einige wenige Banken wie Cortal Consors, ING-Diba oder die DAB bank bieten einen " Umzugsservice " an. Wechselt ein Kunde zu ihnen, veranlassen sie für ihn nicht nur die Löschung des alten Depots, sondern kümmern sich auch um den Verkauf der Bruchstücke. Das Geld aus dem Verkauf überweisen sie dem Anleger.

Finanztest-Checkliste für den Depotwechsel
1. SCHRITT : Günstiges Depot suchen

Auswahl : Vor einem Wechsel sollten Sie überlegen, wie und in welchem Umfang Sie Ihr Depot nutzen wollen. Wenn Sie bereit sind, Ihre Geldgeschäfte über das Internet oder telefonisch abzuwickeln, sind Direktbanken erste Wahl. Fast alle gewähren bei Fonds Rabatte auf den Ausgabeaufschlag, etliche bieten Gratisdepots an.

Für den Kauf von Wertpapieren über die Börse berechnen die meisten Banken eine Mindestgebühr. Wenn Sie häufiger Beträge unter 2000 Euro handeln, sollten Sie eine Bank mit niedriger Mindestgebühr wählen. Wenn Sie höhere Summen handeln, sind die volumenabhängigen Kosten wichtiger.

2. SCHRITT : Neues Depot eröffnen

Filialbank : Zur Depoteröffnung müssen Sie nur ein Formular ausfüllen. Oft können Sie vor Ort auch gleich ein weiteres Formular für den Übertrag Ihres alten Depots ausfüllen. Die Bank kümmert sich um den Rest.

Direktbank : Bei einer Direktbank eröffnen Sie das Depot mithilfe des Post-ident-Verfahrens. Das Formular für die Depoteröffnung laden Sie sich aus dem Internet herunter. Am Ende des Antrags finden Sie den Postident-Kupon. Mit ihm und den Eröffnungsunterlagen gehen Sie zur Post und legen Ihren Personalausweis oder Reisepass vor. Sobald Sie eine Depotnummer haben, können Sie das Formular zum Depotübertrag herunterladen und es abschicken.

3. SCHRITT : Depot übertragen

Kosten : Die Banken dürfen für den Übertrag einzelner Wertpapiere oder eines ganzen Depots kein Geld verlangen. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden ( Az. XI ZR 200 / 03 und Az. XI ZR 49 / 04 ). Der Depotübertrag könnte aber trotzdem etwas kosten. Die Banken verwahren die Wertpapiere ihrer Kunden bei einer Verwahrstelle, zum Beispiel der Wertpapiersammelbank Clearstream Banking AG. Die Kosten, die solchen Verwahrstellen für das Umschreiben des Depots entstehen, stellen sie den Banken in Rechnung und diese dürfen sie an den Anleger weiterreichen. In der Praxis machen dies die Banken normalerweise nur bei ausländischen Wertpapieren.

Kein Handel möglich : Der Depotübertrag kann zwischen wenigen Tagen und mehreren Wochen dauern. In dieser Zeit können Sie nicht über die Papiere verfügen.

Abgeltungsteuer : Alle Steuerdaten werden inzwischen beim Depotübertrag automatisch übermittelt. Es gibt also keine Schwierigkeiten, nach einem Depotwechsel zu beweisen, welche Wertpapiere Bestandsschutz genießen, weil sie vor Einführung der Abgeltungsteuer gekauft wurden.

4. SCHRITT : Altes Depot aufräumen

Bruchstücke verkaufen : Zu den meisten Banken können nur ganze Fondsanteile übertragen werden. Informieren Sie sich vor dem Übertrag, ob Sie sich um den Verkauf der Bruchstücke in Ihrem alten Depot kümmern müssen. Wie die Bank das handhabt, steht oft im Formular zum Depotübertrag.

Altes Depot löschen : Ihr altes Depot wird nicht automatisch gelöscht, nur weil es " leer " ist. Sie müssen sich um die Auflösung kümmern, weil ansonsten weitere Depotgebühren anfallen können. Einige Banken bieten mit dem Depotübertrag gleichzeitig an, sich um die Schließung Ihres altes Depots zu kümmern. Sie veranlassen dann auch den Verkauf der Bruchstücke.

Weitere wichtige Themen finden sich in der März-Ausgabe von Finanztest.

www. test. de