Magdeburg ( rgm ). In Sachsen-Anhalt treten derzeit vermehrt Norovirus-Infektionen auf. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und das Robert-Koch-Institut liefern Antworten auf die wichtigsten Fragen :

Was sind Noroviren ? Noroviren sind Krankheitserreger, die sich selber nicht vermehren können und deshalb auf die Zellen anderer Lebewesen angewiesen sind. Sie sind weltweit verbreitet und eine der häufigsten Ursachen für Magen-Darm-Infektionen.

Wie wird der Norovirus übertragen ? Nur eine kleine Menge an Viren reicht zur Ansteckung aus. Das Virus wird über den Stuhl oder über Erbrochenes ausgeschieden. Die Übertragung erfolgt vor allem als sogenannte fäkal-orale Schmierinfektion ( etwa über Handkontakt mit Flächen, die durch virushaltigen Stuhl oder Erbrochenes verschmutzt sind ) oder über die orale Aufnahme virushaltiger Tröpfchen, die beim schwallartigen Erbrechen entstehen. Die Übertragung kann auch über Lebensmittel erfolgen, die während der Produktion oder Verarbeitung verschmutzt wurden.

Welche Beschwerden löst die Infektion mit Noroviren aus ?

Die Krankheit beginnt meist nach einer Inkubationszeit von 10 bis 50 Stunden plötzlich mit starker Übelkeit, schwallartigem Erbrechen, Bauchkrämpfen, Durchfällen und Kreislaufbeschwerden. Es treten nicht immer alle Symptome auf. Fieber kommt selten vor. Die Beschwerden sind normalerweise nach 12 bis 60 Stunden abgeklungen. Die Erkrankung ist unangenehm, aber bei gesunden Menschen nicht lebensbedrohlich. Gefahren bestehen insbesondere für kleine Kinder und alte Menschen, wenn durch Erbrechen und Durchfall viel Flüssigkeit und Salze verloren gehen.

Wie verhalte ich mich, wenn ich krank bin ? Berufstätige sollten während der Erkrankung nicht zur Arbeit und Kinder nicht zur Schule oder in den Kindergarten gehen, um Ansteckungen anderer zu vermeiden. Kinder unter sechs Jahren sollten erst zwei Tage nach Abklingen der Symptome die Betreuungseinrichtung wieder besuchen. Für alle gilt, dass man nach einer Norovirus-Erkrankung mindestens noch zwei Wochen lang auf besonders sorgfältige Toilettenund Händehygiene achten sollte. Eine medikamentöse Behandlungsmöglichkeit gibt es nicht. Bei Bedarf sollte man Bettruhe einhalten und eine ausreichende Menge an Flüssigkeit ( Tee oder Wasser ) trinken. Die Getränke sollten gegebenenfalls mit Traubenzucker, Salz oder Mineralien angereichert werden. Wenn die akute Phase vorbei ist, kann wieder leicht verdauliche Kost aufgenommen werden.

Wie kann ich mich vor einer Ansteckung schützen ? Der direkte Kontakt zu Erkrankten sollte vermieden werden. Sorgfältige Hände- und Sanitärhygiene sind die wichtigsten Maßnahmen, um eine Weiterverbreitung zu vermindern. Beim Reinigen der verunreinigten Flächen sollten Gummihandschuhe getragen und Einwegtücher verwendet werden. Verschmutzte Wäsche ist bei mindestens 60 Grad ( bevorzugt bei 90 Grad ) mit einem Vollwaschmittel zu waschen.