Berlin ( rgm ). " Im Gegensatz zur Entwicklung der Neuerkrankungen nehmen die Sterberaten bei Darmkrebs für beide Geschlechter stetig ab ", erklärt Kongresspräsident Prof. Wolff Schmiegel im Vorfeld des 29. Deutschen Krebskongresses vom 24. bis 27. Februar in Berlin. Inzwischen lägen die Fünf-Jahres-Überlebensraten für beide Geschlechter bei 60 Prozent. Sogar im metastasierenden Stadium würden nun mittlere Überlebenszeiten von über zwei Jahren erreicht, was noch vor wenigen Jahren undenkbar erschien. Nach wie vor bleibt Darmkrebs aber in Deutschland die zweithäufigste Krebsneuerkrankung und –todesursache bei Männern und bei Frauen. Für beide Geschlechter zusammen ist Darmkrebs mit 73 000 Neuerkrankungen sogar die häufigste Krebsneuerkrankung.

" Zum einen trägt die verbesserte Vorsorge dazu bei, dass Darmkrebs zunehmend beherrschbar wird. Bei einer frühen Diagnose stehen die Heilungschancen sehr viel besser als bei Tumoren in fortgeschrittenen Stadien ", weiß der Bochumer gastroenterologische Onkologe.

Bei fortgeschrittenen Darmkrebserkrankungen habe sich die Überlebenszeit vor allem dank neuer Therapien verbessert. Die Patienten profitierten zunehmend von neuen zielgerichteten Substanzen, die an wichtigen Schaltstellen im Tumorgewebe angreifen, wie dem Angiogenesehemmer Bevacizumab oder den Tumorwachstumsblockern Cetuximab oder Panitumumab. Dem Patienten können dabei mögliche Nebenwirkungen und dem Gesundheitssystem Kosten erspart werden.

Zum beschriebenen Therapieerfolg beim metastasierenden Darmkrebs habe darüber hinaus die verbesserte Behandlungsqualität beigetragen.