Potsdam ( ddp ). Nach 17 Uhr nichts mehr zu essen ist ein gängiger Diättipp, der auf der Annahme basiert, der Körper verbrenne Kalorien abhängig von der Tageszeit. " Das stimmt genauso wenig wie die Empfehlung, nur einmal am Tag eine warme Mahlzeit zu sich zu nehmen ", stellt Christiana Gerbracht, Leiterin des Ernährungsberatungszentrums im Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke ( DIfE ), fest. Denn nicht die Temperatur oder die Uhrzeit, sondern der Kaloriengehalt des Essens würde über eine Gewichtsveränderung entscheiden, erklärt die Expertin. " Warme Mahlzeiten haben natürlich meist die gehaltvolleren Zutaten ", sagt Gerbracht.

" Die einzige Zeit, die tatsächlich eine Rolle spielt, ist die, die zwischen zwei Mahlzeiten vergeht ", erklärt die Ernährungsexpertin.

Lange Pausen und Snacken sind ungünstig

Denn der Abstand zwischen zwei Mahlzeiten sollte weder zu kurz noch zu lang sein : " Wer nur zweimal am Tag richtig isst, entwickelt einen solchen Heißhunger, dass er beim Essen den Zeitpunkt verpasst, an dem er satt ist. " Ein Sättigungsgefühl würde sich nämlich erst nach 20 Minuten einstellen. Wer schlinge, esse wesentlich mehr als notwendig, plage sich anschließend mit Völlegefühlen und nehme langfristig zu, erläutert die Expertin.

" Aber auch das oft praktizierte Snacken ist nicht empfehlenswert ", sagt Gerbracht. " Wer ständig und nebenbei kleine Portionen zu sich nimmt, ist nicht mehr in der Lage, auf seinen Körper zu hören : Man isst dann nicht aus Hunger, sondern aufgrund von Langeweile, Stress oder Gewohnheit. " Auch das führe langfristig zur Gewichtszunahme. " Die drei Hauptmahlzeiten Frühstück, Mittagessen und Abendbrot, die sich bei vielen Menschen schon aus dem Tagesablauf ergeben, sind nach wie vor empfehlenswert. Übrigens auch aus sozialer Sicht – denn gemeinsame Mahlzeiten stärken die Familienbindung ", sagt Gerbracht.