Von Knochenbrüchen über Gelenkentzündungen bis hin zum Krebsverdacht : Radiologische Methoden, auch bildgebende Verfahren genannt, sind für Mediziner mittlerweile ein unverzichtbares Hilfsmittel zur Diagnosestellung. Doch was für Ärzte Alltag ist, kann der Laie in einer Flut aus medizinischen Abkürzungen wie MRT oder CT immer weniger unterscheiden.

Nürnberg ( ddp ). Die wichtigsten bildgebenden Verfahren sind das klassische Röntgen, die CT oder Computertomographie und die früher als Kernspintomographie bezeichnete MRT, die Magnetresonanztomographie. Röntgen und CT basieren auf demselben Prinzip : Bei beiden wird der Körper sozusagen mit Röntgenstrahlung durchleuchtet. Der MR-Tomograph hingegen erzeugt das Bild vom Körperinnern mit Hilfe eines starken Magnetfeldes und Radiowellen.

Das Röntgen kennt man am ehesten von der Untersuchung bei Knochenbrüchen und Gelenkproblemen. Das Prinzip : Da das Körpergewebe unterschiedlich dicht ist, lässt es die Röntgenstrahlung auch unterschiedlich gut durch. Knochen etwa erscheinen auf einer Aufnahme hell, weil sie die Strahlung sehr stark absorbieren und so kaum noch etwas davon auf den Film trifft. Hohlräume im Körper hingegen können die Strahlen nahezu ungehindert passieren – sie erscheinen auf der Aufnahme sehr dunkel.

Grundsätzlich lassen sich daher mit einer Röntgenuntersuchung vor allem ungewöhnliche Vorkommnisse im Körper erkennen : ein Riss im Knochen, ein Fremdkörper wie etwa ein Tumor als " Schatten " auf der Lunge oder, bei Verwendung einer etwas anders zusammengesetzten Strahlung, Veränderungen des Brustgewebes bei der Mammographie. Reicht der Gewebekontrast nicht aus, kann mit einem Kontrastmittel nachgeholfen werden. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise Blutgefäße oder Nieren und Harnleiter sichtbar machen.

Kritiker von routinemäßigen Vorsorgeuntersuchungen verweisen daher auf die Gefahr, die von den Röntgenstrahlen ausgeht. " Röntgenstrahlung hat biologische Wirkungen und kann Krebs verursachen. Die Betonung liegt dabei aber auf kann, denn die Erhöhung des normalen Krebsrisikos liegt im Bereich unter einem Promille ", erklärt Michael Wucherer, Strahlenphysiker am Klinikum Nürnberg.

Bei der CT rotiert eine Röhre, in der die Röntgenstrahlung entsteht, um den Patienten. Exakt gegenüber der Strahlenerzeugung befindet sich ein Empfänger, der die Strahlung wieder auffängt, nachdem sie die unterschiedlichen Gewebe des Körpers durchlaufen hat. Aus dieser Information errechnen Computer dann ein Schnittbild, das der Radiologe auf dem Monitor betrachten kann. Auf diese Weise lassen sich im Gegensatz zur normalen Röntgenuntersuchung auch dreidimensionale Bilder erzeugen.

CT-Aufnahmen sind ebenfalls dann am besten, wenn es einen starken Kontrast zwischen den verschiedenen beobachteten Geweben gibt. Die Methode eignet sich daher sehr gut für alle Untersuchungen rund um die Knochen. Doch auch Weichteile lassen sich mit dem CT darstellen. Gut zu sehen sind etwa Tumoren, die sich vom umliegenden Gewebe unterscheiden, Flüssigkeitsansammlungen jedweder Art oder Ablagerungen in den Gefäßen am Herzen.

Beim MRT sind die Röntgenstrahlen kein Problem. Die Technik basiert auf der Tatsache, dass sich alle Wassermoleküle im Körper wie winzige Magneten verhalten, die auf ein von außen angelegtes Magnetfeld reagieren. Werden sie dann noch mit Hilfe von Radiowellen angeregt, senden sie beim Abschalten der Radioquelle Energie aus. Aus der Vielzahl der Einzelsignale, die jeweils von der Beschaffenheit des jeweiligen Gewebes und seiner Umgebung abhängen, errechnet ein Computer schließlich das Bild.

Die MRT gilt als sehr sichere und unschädliche Methode. Wegen des starken Magnetfeldes ist das Verfahren allerdings tabu für Menschen, die zum Beispiel Herzschrittmacher im Körper tragen. Der größte Haken ist aber wohl der Preis. Krankenhäuser setzen die Magnetresonanztomographie daher nur gezielt ein, da jede Untersuchung ein Vielfaches der anderen Methoden kostet.