Magdeburg ( rgm ). Im Herbst, zur Brunftzeit des Rotwildes, nehmen die Gefahren für Autofahrer durch Wildwechsel zu. Darum gilt jetzt besondere Vorsicht : Noch bis in den November hinein ist das Wild stark in Bewegung und wechselt häufig den Standort. Weil Getreide- und Maisfelder abgeerntet wurden, sucht das Wild sich neue Rückzugsgebiete. Der ADAC Niedersachsen / Sachsen-Anhalt empfiehlt : Wildwechselzeichen beachten und Wildunfälle melden.

Besonders hoch ist die Gefahr in der Nähe von Waldstücken während der Morgenoder Abenddämmerung. Zur ständigen Futtersuche überqueren Schwarz- und Rotwild sowie Füchse, Hasen oder Fasane immer wieder die Straßen, während der Berufsverkehr in vollem Gang ist. Erschwerend hinzu kommt, dass sich der Bremsweg durch Laub und Nässe auf den Straßen erheblich verlängert.

Tipps für Kraftfahrer

. Wildwechselschilder unbedingt beachten. Sie stehen wirklich nur dort, wo mit starkem Wildwechsel zu rechnen ist. Tempo reduzieren, nachts und bei Nässe kann Tempo 80 schon zu viel sein !

. Die Fahrbahnränder im Auge behalten, Sicherheitsabstand halten.

. Stets auf mehrere Tiere einstellen. Außerdem flüchtet Wild nicht immer auf dem kürzesten Weg, sondern oft vor dem Fahrzeug her.

. Folgen eines Wild-Unfalls nicht unterschätzen : Ein Reh mit 20 Kilogramm Gewicht hat bei einem Aufprall mit Tempo 100 ein Aufschlaggewicht von fast einer Tonne !

. Wenn Tiere auf der Straße stehen und sonst kein Verkehr herrscht, bremsen, hupen und gegebenenfalls abblenden, damit das Wild einen möglichen Fluchtweg findet.

. Der ADAC warnt davor, dem Wild auszuweichen, wenn das Risiko besteht, gegen einen Baum zu prallen, im Straßengraben zu landen oder den Gegenverkehr zu gefährden.

. Übrigens : Ein Wildunfall muss bei der nächsten Polizeioder Forstdienststelle gemeldet werden. Niemals das angefahrene Wild mitnehmen, eine Anzeige wegen Wilderei droht.