Magdeburg l Dem mittlerweile dritten Demonstrationsaufruf der Partei „Alternative für Deutschland“ sind am Mittwochabend nach Polizeiangaben rund 750 Menschen gefolgt. Das ist nur die Hälfte der Zahl, die beim letzten Mal erreicht wurde. Bei dem anschließenden Marsch durch die Innenstadt blieb es friedlich.

Eine Stunde zuvor waren rund 750 Schüler und Studenten unter dem Motto „Studenten für eine Zukunft ohne Rassismus“ durch die Innenstadt marschiert. Auch dabei war es ruhig, so die Polizei. Etwa 100 Demonstranten fanden sich anschließend auf dem Domplatz ein, um ihren Protest gegen die rechtspopulistisch auftretende AfD auszudrücken.

Die Domgemeinde ließ auch dieses Mal wieder aus Protest die Glocken läuten und am Dom wurde das Licht ausgestellt. Wie ein AfD-Direktkandidat auf der Bühne erklärte, habe zudem die Stadt Magdeburg der Partei den Ausschank von Getränken auf dem Dom­platz verwehrt.

Der Magdeburger Direktkandidat Oliver Kirchner sagte, die politischen Gegner gehörten in Gefängniszellen beziehungsweise in die Emigration. „Es ist Zeit für unser Volk, aufzustehen“, sagte Kirchner, „Toleranz ist die Tugend einer untergehenden Gesellschaft.“

AfD-Bundeschefin Frauke Petry forderte die anderen Parteien auf, in einen Dialog einzutreten. Viele CDU-Mitglieder seien der gleichen Ansicht wie die AfD, ihre Führung ignoriere das aber. Anders als Kirchner forderte sie indes nicht die völlige Abschottung Deutschlands gegen Einwanderer. Nötig sei jedoch, dass die Deutschen ihre Kultur selbstbewusst vorlebten. Dazu gehöre auch das Singen von Weihnachtsliedern, „die waren über Jahrhunderte ein Exportschlager“.

Unterdessen ist die CDU auf Distanz zur AfD gegangen. Sie hat ihre Zusammenarbeit im Zörbiger Stadtrat (Anhalt-Bitterfeld) beendet. Die seit Sommer 2014 bestehende gemeinsame Fraktion löste sich auf, bestätigte CDU-Fraktionschef Matthias Egert am Mittwoch einen Bericht der „Mitteldeutschen Zeitung“. Es war die einzige CDU/AfD-Fraktion in Sachsen-Anhalt. Die zunehmende Radikalisierung der AfD sei nicht mehr hinnehmbar, hieß es. Der für die AfD im Stadtrat sitzende Peter Seydewitz sieht die Ursache für das Ende der Zusammenarbeit in der Landespolitik. Schließlich habe CDU-Ministerpräsident Reiner Haseloff vorgegeben, dass es keine Zusammenarbeit mit der AfD geben solle.