Magdeburg l Die grausige Entdeckung, die eine Forstarbeiterin in einem Waldstück im Külzauer Forst an der Autobahn 2 bei Burg am vergangenen Mittwoch machte, könnte einem aktuellen Mordprozess vor dem Leipziger Landgericht nun eine neue Entwicklung geben. Die im Wald aufgefundenen Leichenteile, so erfuhr die Volksstimme aus Ermittlerkreisen, sollen zu einem 30-jährigen Mann aus Chemnitz gehören. Das habe eine DNA-Analyse ergeben.

Opfer arbeitete als Dolmetscher

Der Afghane hatte nach Medienberichten in Chemnitz als Dolmetscher für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) gearbeitet. Er soll laut Anklage von seiner ehemaligen Freundin Santa A. (17), deren neuen Freund Mohammad Hasan A. (21) und der Mutter der Teenagerin in eine Leipziger Plattenbauwohnung gelockt und dort ermordet worden sein.

Bisher war das Problem bei dem seit August geführten Indizien-Prozess: Es gab keine Leiche. Hans Jagenlauf, Sprecher des Landgerichtes Leipzig: „Bisher gab es in diesem Fall 18 Verhandlungstage, 19 weitere sind bis Ende August angesetzt.“ Zu weiteren Details halten sich sowohl Gerichtssprecher, als auch Staatsanwalt bedeckt – weil die Verfahrensbeteiligten möglicherweise die neue Situation noch nicht kennen.

Tatort soll Wohnung der Frauen gewesen sein

Nach den Medienberichten zum damaligen Prozessauftakt, die Anklage lautet auf gemeinschaftlichen Mord, wirft die Staatsanwaltschaft in der Anklage dem syrischen Trio vor, den Ex-Partner des Mädchens mit Händen und auch mit einem Messer umgebracht zu haben. Als Tatort galt die Wohnung der beiden Frauen in Leipzig. Die Anklage ging außerdem davon aus, dass die Tatzeit zwischen dem 27. November 2015, 21.30 Uhr und dem 28. November 2015 kurz nach 2 Uhr lag. Das Versteck der Leiche blieb bis Anfang dieser Woche unbekannt.

Auf die Spur sollen die Ermittler dem Trio gekommen sein, weil die drei Flüchtlinge das Konto und die Wohnung des Mordopfers leer geräumt hatten und sogar sein Auto, ein BMW Cabrio, nutzten. Damit wurde Mohammad A. in der Mordnacht auch geblitzt. Die Angeklagten, so die Staatsanwaltschaft, hatten es auf das Geld und die Autos des wohlhabenden Opfers abgesehen. Der Dolmetscher hatte die Syrerin Santa A. und ihre Mutter bei seiner Arbeit in einem Asylheim kennengelernt. Beide waren aus Aleppo geflohen.

In einem Brief an den Anwalt soll die 17-Jährige geschrieben haben, dass Mohammad A. den Toten in einem Gewässer versenkt habe. Wie die Leiche statt dessen in den Wald bei Burg gelangte, müssen jetzt weitere Ermittlungen der sächsischen Polizei klären.