Magdeburg l Sachsen-Anhalt hatte den Bau der B 190 für den vordringlichen Bedarf angemeldet. Die Schnellstraße sollte zügig gebaut werden, sie ist schließlich Zubringer für die künftigen Autobahnen A 14 und A 39. Außerdem dient sie als Umfahrung für Städte wie Salzwedel und Arendsee. Doch das Bundesverkehrsministerium stufte die Trasse als weniger wichtig ein: Baustart ungewiss.

Auf Druck von Sachsen-Anhalts Abgeordneten aller Parteien kam die Straße nun in eine höhere Kategorie: „Weiterer Bedarf mit Planungsrecht“ heißt der Vermerk auf Verwaltungsdeutsch. Das bedeutet: Die Straße darf weiter geplant werden, ihr Bau ist aber erst ab 2030 vorgesehen. Theoretisch. Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) sagt der Volksstimme: „Wir haben gute Chancen, dass die Bagger schon deutlich früher anrollen.“ Webel rechnet damit, dass der 50 Kilometer lange Abschnitt zwischen Salzwedel und der künftigen A-14-Auffahrt bei Seehausen bereits in fünf Jahren gebaut wird. Sein Optimismus gründet auf Erfahrung: Ist ein Abschnitt fertig geplant und liegt Baurecht vor – dann wird er auch gebaut. Selbst wenn die Trasse laut Verkehrswegeplan erst später an der Reihe wäre. Webel: „Wir haben von Bundesverkehrsminister Dobrindt die klare Zusage: Wo Baurecht vorliegt, gibt es auch Geld.“

Zügig weiterplanen

Denn: Es passiert immer wieder, dass andere Projekte wegen Klagen geschoben werden müssen. So sind dann Mittel frei für das, was fertig geplant ist. Zuletzt war das beim Autobahnbau der Fall. Da sich der Weiterbau der A 14 (Magdeburg-Schwerin) verzögert, wurden dafür geplante Mittel für die A 71 (Sangerhausen-Erfurt) eingesetzt. Die A 71 ist seit vorigem Jahr komplett befahrbar.

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Für die B 190 bedeutet das: Sachsen-Anhalt will zügig weiterplanen, damit Berlin grünes Licht gibt. Die Linie liegt bereits fest, jetzt müssen die Planfeststellungsverfahren folgen. Der Verkehrsausschuss des Bundestags hat sein Ja für den neuen Verkehrswegeplan gegeben. Für Sachsen-Anhalt gilt: Der Bau von A 14 und A 143 sowie von 44 Umfahrungen ist vordringlich. Planungsrecht erhalten neben der B 190 auch die Umfahrungen Jävenitz (B 188/Altmark) und Hüttenrode (B 27/Harz). Die Umfahrung Blankenburg (B 81) wurde nicht berücksichtigt. Doch das letzte Wort hat im Dezember der Bundestag.