Magdeburg l Die Alternative für Deutschland (AfD) hat bei ihrer Demonstration unter dem Motto „Demo gegen Politikversagen! Asyl-Chaos beenden! Grenzen sichern!“ am Mittwochabend weniger Zuspruch erhalten als noch im Oktober. Etwa 1500 Menschen folgten dem Aufruf und versammelten sich auf dem Domplatz. Vor einem Monat waren es noch 2000 gewesen. Angemeldet hatte die Partei eine Demo für rund 10.000 Teilnehmer.

Reiterstaffel und Hubschrauber

Auf einem Plakat eines AfD-Anhängers war zu lesen: „Das deutsche Recht ist außer Kraft, bald ist Allah an der Macht.“ Eine andere Aufschrift lautete: „Es geht nicht mehr darum, welche Gesellschaft die bessere ist, sondern nur noch darum, welche überlebt.“

Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort – inklusive Reiterstaffel und Hubschrauber. Während des Demo-Umzuges riefen die AfD-Teilnehmer mehrfach „Wir sind das Volk!“. Sie gedachten auch der Opfer der Pariser Attentate mit einer Schweigeminute.

AfD-Landesvorsitzender André Poggenburg sagte, Deutschland habe kein Flüchtlingsproblem, sondern leide unter einer „ungeordneten Masseneinwanderung“. „Diese wird uns unserer deutschen Identität berauben, wenn wir sie nicht stoppen“, so Poggenburg.

Der Landes- und Fraktionsvorsitzende aus Brandenburg, Alexander Gauland, brachte die Attentate in Paris mit der Flüchtlingskrise in Verbindung. Zwei der Täter seien über Flüchtlingsrouten nach Europa gekommen, sagte er. „Die  unkontrollierte Einwandung hat etwas mit den Anschlägen zu tun“, so Gauland. „Wir wollen diese Zuwanderung nicht“, sagte er und stimmte mehrfach Sprechchöre an: „Merkel muss weg!“

Ordner geht dazwischen

Oliver Kirchner, Magdeburger Direktkandidat für die Landtagswahl, bezeichnete einige Politiker von Grünen und Linken als „Gesinnungsfaschisten“. Wenn man grün und rot mische, komme braun heraus, sagte Kirchner. Der Vater dreier Kinder forderte außerdem mehr Polizei. „Unsere Bevölkerung braucht dringend mehr Sicherheit“, sagte er.

Als ein Reporter der Volksstimme mit einem AfD-Demonstranten aus Magdeburg sprach, ging ein Ordner dazwischen. Er fotografierte den Reporter erst mit seinem Handy und führte den Magdeburger Rentner dann weg und sagte: "Wir reden nicht mit der Lügenpresse". Als der Volksstimme-Reporter später fragte, warum er das Gespräch unterbunden habe, sagte der Ordner: "Das ist ein freies Land. Ich muss das nicht begründen."

Friedensgebet im Dom

Zeitgleich fand auf dem Domplatz eine Veranstaltung des Bündnisses gegen Rechts („Mit Pauken und Trompeten der AfD den Marsch blasen“) statt. Mit diversen Musikinstrumenten versuchten die Teilnehmer, die AfD-Redner auf dem Domplatz zu stören. Etwa 350 Menschen beteiligten sich laut Polizeiangaben an der Gegendemonstration.

Die Domgemeinde ließ mehrfach die Glocken läuten und schaltete das Licht aus. Im Dom fand ein Friedensgebet statt.