Burg l Aus Sascha Krüger wurde doch noch einmal der "Rote Blitz", als der in Signalfarben gekleidete BBC-Keeper zum wohl längsten und schnellsten Sprint der Saison ans andere Ende des Platzes ansetzte. Auch die Trainerbank der Burger lieferte sich ein munteres Wettrennen, das Coach Thomas Sauer mit hauchdünnem Vorsprung vor Assistent Christian Gille und Betreuer Harald Plamp für sich entschied. Alle wollten zu Schaarschmidt, um den sich Sekunden nach seinem entscheidenden Treffer eine beachtliche Jubeltraube gebildet hatte.

Das packende Finish im Parkstadion, durch das sich der Spitzenreiter vier Spieltage vor dem Saisonende Titel und Aufstieg sicherte, hätten selbst Schreiber von Hollywood-Drehbüchern kaum dramatischer inszenieren können. Auch Sauer bekannte: "Im Nachhinein wäre es schade gewesen, wenn wir 3:0 gewonnen hätten. Angesichts dieser Punktlandung ist doch klar, dass wir unseren Emotionen richtig freien Lauf gelassen haben."

Der erste Matchball lag vor dem Spieltag bei den Seinen und wurde verwandelt - jedoch mit langem Anlauf. Die Gäste waren nämlich keineswegs angereist, um dem Spitzenreiter ein 90-minütiges Schaulaufen zum Titel zu ermöglichen. Tiefstehend und dicht gestaffelt, war TuS hauptverantwortlich, dass die Burger zwar in beiden Halbzeiten das Geschehen kontrollierten, sich auch Möglichkeiten erarbeiteten, doch die Zeichen lange auf ein torloses Remis deuteten. "Dazu kam, dass wir viele einfache Fehler gemacht haben", kritisierte der BBC-Trainer. In Erscheinung trat sein Team im ersten Abschnitt häufig durch Patrick Bartsch. Doch mal konnte die TuS-Abwehr klären (34.), dann fehlte die Präzision (41.) und anschließend blieb ein Elfmeterpfiff aus, als der Burger Stürmer recht offensichtlich im Gästestrafraum gefällt wurde (42.).

Auch nach Wiederbeginn spielte sich das Geschehen ausschließlich in der gegnerischen Hälfte ab. Vor allem Standardsituationen brachten nun Gefahr für TuS-Ersatzkeeper Christoph Strauer, den der BBC auch glänzen ließen: Bartsch brachte nach einem Freistoß von Siemke zu wenig Druck hinter den Kopfball (70.) und Schaarschmidt verfehlte ebenfalls per Kopf aus vier Metern das Ziel (75.).

Sauer reagierte, stellte nun defensiv auf eine Dreierkette um und beorderte Hannes Schock in die Sturmspitze. Doch es bedurfte eines äußerst umstrittenen Freistoßes in der Nachspielzeit, ehe die Entscheidung fiel. "Das gleicht sich mit dem verwehrten Elfmeter aus. Wir haben alles in die Waagschale gepackt und den verdienten Sieg erzwungen", sagte Sauer zur spielentscheidenden Szene: Den ruhenden Ball von Siemke konnte Strauer nur nach vorn abwehren, Bastian Benkel spitzelte den Abpraller nach links und aus dem Hinterhalt zog Schaarschmidt ab. Hinein ins Tor, ab in die Südkurve und hin zur Ekstase.

Burg: S. Krüger - Schock, Schaarschmidt, Behr (46. Kolzenburg), Siemke, Müller (46. Benkel), Zimmer, Schulz, Saager, M. Krüger, Bartsch

Bismark: Strauer - T. Rogge, Grützmacher, Burkardt, Klose, F. Knoblich, Leutz (58. Fleischmann), Neumann (56. S. Rogge), Metzger, Rämke, Grabau (90. Schlieker)

Tor: Tim Schaarschmidt (90.+3); SR: Alexander Machui (Uchtspringe), Ralf Lorenzat, Alexander Wetzel; ZS: 187

 

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