TuS 1860 Magdeburg ist neuer Stadtpokal-Sieger 2013/14. Die Neustädter gewannen in einem über weite Strecken hochklassigen Finale gegen Germania Olvenstedt mit 1:0 (1:0). Torschütze des Goldenen Tores war in der 18. Spielminute Michel Dolke.

Neue Neustadt l Den Olvenstedtern blieb damit der vierte Pokalerfolg in Serie verwehrt. TuS 1860 darf in der kommenden Saison im Landespokal antreten.

"Es war das erwartet schwere Spiel. Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt und nicht viel zugelassen. Nach der Pause müssen wir das 2:0 nachlegen. Wir hatten beste Gelegenheiten, bringen die Partie aber dennoch sicher nach Hause. Wir haben verdient gewonnen", bilanzierte nach dem Schlusspfiff ein überglücklicher TuS-Trainer Tino Beyer.

Nach einer etwas holprigen Anfangsphase auf dem heimischen Sportplatz an der Zielitzer Straße fanden die Neustädter immer besser ins Spiel. Während Germania Olvenstedt um einen klaren Spielaufbau bemüht war, setzten die Neustädter auf lange Bälle und auf Konter. Ein solcher führte Mitte der ersten Hälfte zum 1:0. Ein weiter Abschlag von Torwart René Ryll landete fast am gegnerischen Strafraum. Ein Olvenstedter Abwehrspieler verschätzte sich und so war Michel Dolke plötzlich frei durch. Der Offensivspieler behielt aus 16 Metern die Übersicht und schloss mit einem trockenen Schuss ins rechte untere Ecke ab (18.).

Beide Teams hatten in der Folgezeit ein paar kleinere Chancen. Die größte Möglichkeit zum Ausgleich vergab Sekunden vor der Halbzeitpause Germania-Stürmer Andreas Bode. Der Torschützenkönig der Landesklasse 2 tauchte nach einem diesmal verunglückten Abschlag von Ryll frei vor dem Neustädter Gehäuse auf. Sein Schuss aus leicht spitzem Winkel ging aber knapp drüber.

Germania-Trainer Maik Hermann reagierte zur Halbzeitpause und brachte mit Andy Bauerfeind eine weitere Angriffskraft ins Spiel. Olvenstedt drängte zwar auf den Ausgleich, konnte sich aber zu selten gute Torchancen erarbeiten.

Ganz anders die Neustädter. Die Beyer-Elf stand tief hinten drin und blieb über Konter stets gefährlich. Germania-Keeper Matthias Voigt musste mehrfach sein ganzes Können aufbieten, um einen weiteren Gegentreffer zu verhindern.

Die größte Möglichkeit auf 2:0 für TuS 1860 zu erhöhen, hatte eine halbe Stunde vor dem Spielende Christian Scholz vom Elfmeterpunkt. Vorausgegangen war ein Handspiel im Strafraum. Scholz schoss in die linke Ecke, doch Voigt war zu Stelle und konnte parieren. Zum großen Ärgernis der Olvenstedter ließ Schiedsrichter Steffen Look die Ausführung wiederholen. Ein Germania-Spieler war wohl zu früh in den Strafraum gelaufen. Erneut wählte Scholz die linke Ecke, doch dieses Mal klatschte der Ball an den Pfosten.

Bis zum Schlusspfiff entwickelte sich ein echter Pokalfight mit vielen Fouls auf beiden Seiten. Die Olvenstedter gaben nie auf, der Ausgleich sollte ihnen aber nicht mehr gelingen.

"Man muss TuS gratulieren, sie waren einen Tuck besser. Die erste Halbzeit haben wir total verschlafen, bis auf die eine Chance von Bode nichts großartiges herausgespielt. Nach dem Seitenwechsel wollten wir den Schalter endlich umlegen. Wenn man sich aber nur ein, zwei Torgelegenheiten erarbeitet, dann ist das ein bisschen wenig. Wir haben verdient verloren, sind aber natürlich enttäuscht. Irgendwann reißt einmal jede Serie, so ist das nun einmal im Fußball", sagte der leicht unzufriedene Olvenstedter-Trainer Maik Hermann.

Zuletzt gewannen die Neustädter 1978 den Pokal, die zweite Mannschaft von TuS 1860 Magdeburg schnappte sich 1996 den Pott. "Damals war ich noch selber mit dabei. Es war also mal wieder nötig. Schauen wir mal, wen wir jetzt im Landespokal zugelost bekommen. Auf jeden Fall haben wir dadurch eine Woche weniger Vorbereitung", so ein aufgeräumter Beyer nach der Begegnung.

   

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