Magdeburg (nrc) l Es war ein verschenkter Sieg. Und auch wenn zwei Punkte die SG Lok Schönebeck in der Tabelle der Handball-Verbandsliga nicht auf Platz eins gehoben hätten, so war ihr Verlust doch Grund genug, dass sich Trainer Henning Stapf gehörig ärgerte. Immerhin war es das Spitzenspiel, das seine Sieben beim Post SV Magdeburg bestritt und knapp mit 28:30 (11:15) verlor.

"Im Prinzip haben wir uns selbst geschlagen", haderte Stapf. "Post war einfach cleverer und hat weitaus weniger Fehler produziert." Besonders der Schönebecker Rückraum enttäuschte den Coach sehr, "er war nur ein Schatten seiner selbst". Leichtfertige Würfe oder zu viel Passivität kostete mehrere Tore.

Lok startete bereits holprig, lag mit 2:5 zurück. Dann aber gelang den Gästen ein Vier-Tore-Lauf und sie gingen zum 6:5 in Führung. "In unseren starken Phasen hat man gesehen, dass wir Magdeburg hätten schlagen können." Und die Schönebecker hatten davon einige.

Vor allem Kevin Krause, Martin Schröder und Jost Mattissek überzeugten. Krause nutzte seinen Schnelligkeitsvorteil gegenüber den recht großgewachsenen Landeshauptstädtern und konnte wieder über Konter punkten. Schröder agierte geschickt auf Mitte und Mattissek ging, "obwohl er noch von seiner Rückenverletzung der Vorwoche angeschlagen war, immer dahin, wo es wehtat. Er hat viele Tore erzielt und insgesamt ein super Spiel gemacht", lobte Stapf.

Doch genau da lag bei Lok auch der Hund begraben. "Ein Teil der Mannschaft hat sich reingekniet und alles gegeben, der andere Teil hat zugesehen. So kann man kein Spitzenspiel gewinnen." Bestes Beispiel war die Schlussphase. Es stand 22:22. Lok hatte mehrere Chancen, auch per Siebenmeter, in Führung zu gehen, vergab aber reihenweise. Von fünf Angriffen hintereinander waren nur zwei erfolgreich. Hier agierte Post einfach besser, setzte sich auf drei Tore zum 28:25 ab und konnte diesen Vorsprung zunächst verteidigen, bis Lok in den letzten Minuten noch einmal versuchte, sich heranzukämpfen. Aber die Messen waren gesungen. Auf mehr als zwei Tore konnte Schönebeck nicht mehr verkürzen - Endstand 28:30.

Post setzte sich durch diesen Sieg auf nunmehr fünf Punkte in der Tabelle ab. Für die Elbestädter heißt es nun, im Training an den Fehlern und "der Einstellung zu arbeiten", wie der Coach betonte.

Lok Schönebeck: Knörich - Schröder (4), Mattissek (5), Meißner, Kazmierowski (2), Bauer (1), Warschkau (3), Schulz (1), Krause (11), Blumenthal, Meyer (1)

Siebenmeter: Magdeburg 4/2 - Schönebeck 4/1; Zeitstrafen: Magdeburg 5 - Schönebeck 3