In einer sehr stimmungsvollen Endrunde der Hallenkreismeisterschaft sicherten sich die Fußballerinnen des SV Rot-Schwarz Edlau den Titel. Das Team wurde unter dem Hallendach in der Bernburger Eichenweg-Halle seiner Favoritenrolle gerecht und setzte sich bei seiner ersten Teilnahme im Kreis durch - ohne Punktverlust vor dem Vorjahresmeister Schönebecker SV.

Bernburg (fkr/hjw/nrc) l Auch wenn sich die Edlauerinnen clever durch diese Meisterschaft spielten, waren die Siege keine Geschenke. Sie mussten sich in allen Partien mächtig strecken. "Es war angesichts unserer Favoritenrolle ein Pflichtsieg und eigentlich nicht anders zu erwarten. Trotzdem haben wir die Teilnahme ernst genommen und wollten nicht überheblich auftreten", sagte Edlaus Trainer Carsten Deparade. Das ist den Damen auch gelungen. "Auch wenn Edlau sich clever durch diese Meisterschaft spielte, waren die Siege keine Geschenke, sondern sie mussten sich in allen Partien mächtig strecken", fand Frauenobmann Hans-Jürgen Winterfeld.

Da die anderen fünf Finalteilnehmer gegen Edlau nichts zu verlieren hatten, spielten sie immer frei auf und boten dem hohen Favoriten stets faire Gegenwehr. So reichte es für den Landesligisten gegen den späteren Vizemeister SSV nur zu einem 1:0-Sieg. Der SSV hatte eine starke Kreismeisterschaft und eine ebenso gute Endrunde gespielt. Nur offensiv hatte der Vorjahressieger am Ende oft Pech. Nur fünf Treffer waren zu wenig, um Edlau auch in der Gesamtwertung ärgern zu können. Allerdings konnten sich fünf verschiedene Spielerinnen in die Statistik eintragen.

Defensiv standen die Schönebeckerinnen den Rot-Schwarzen allerdings in nichts nach. Nur zwei Gegentreffer kassierte der SSV im gesamten Turnier. Daran hatte auch eine gut aufgelegte Jana Ebeling im Tor ihren Anteil.

Wernigerode und Timmenrode gelang es sogar, jeweils ein Tor gegen die Edlauerinnen zu erzielen. In der Endabrechnung waren beide Mannschaften lange heiße Kandidaten für Platz drei. Am Ende ging er an die Germania, die drei Punkte mehr auf dem Konto verbuchen konnte. Zusätzlich durfte sich Jessica Dehne über die Auszeichnung als beste Spielerin freuen. Timmerode landete auf dem undankbaren "Holzplatz". Nur Keeperin Marie Hartbrecht hatte noch Grund zum Strahlen, als sie zur besten Torfrau geehrt wurde.

Ein Debakel gab es für keine der Mannschaften, die sonst nur auf Kleinfeld in der Kreisunion Salzland/Harz spielen. "Für uns war es mental nicht leicht, von der Landesmeisterschaft vor sieben Tagen auf diese Kreismeisterschaft umzuschalten. Die Ergebnisse waren zwar in Ordnung. Uns fehlte heute aber die Spannung der vorigen Woche", sagte Deparade. "Ich ziehe den Hut vor unseren Gegnern, die es uns so schwer wie möglich gemacht haben. Der Klassenunterschied war zwar zu sehen, aber niemand hat sich von uns abgeschießen lassen."

In der Vorrunde gab es noch offene Kritik an der Teilnahme der Edlauer. "Da wurden wir noch abgelehnt. In der Endrunde wurde unsere Teilnahme aber akzeptiert. Als Aushängeschild des Kreises sollten wir schon dabei sein", verwies der Edlau-Coach darauf, dass auf Landesebene der Magdeburger FFC als Bundesligist auch in der Halle dabei ist.

Dass Edlau an der Unionsmeisterschaft teilnahm, fand auch Trainer Benjamin Contes von der SG Biendorf/Askania Bernburg gut: "Wir alle konnten von Edlau viel lernen. Ich bin auch in Zukunft für eine Teilnahme des mehrfachen Landesmeisters. So haben wir eine Herausforderung. Und in der Halle ist einiges möglich." Mit der Leistung seiner Mannschaft zeigte sich Contes angesichts personeller Probleme zufrieden, auch wenn mehr möglich war. "Dafür, dass wir in den vergangenen beiden Jahren die Endrunde verpasst hatten, bin ich mit Platz fünf nicht unzufrieden, zumal zwei Spielerinnen gesundheitlich angeschlagen waren."

Auch die Fans trugen zum Gelingen des Turniers bei, deren Gesänge gegen Edlau aber nicht immer fair waren. Ansonsten sorgten vor allem die Zuschauer aus Schönebeck und Timmenrode für viel Stimmung in der Halle.

Schönebecker SV: J. Ebeling - S. Ebeling, Henning, Thomas, Strauß, Plaul, Struck, Hochholz, Grußka, Bartsch

Ergebnisse

SG Biendorf/Bernburg - Schönebecker SV 0:1 (Christin Hochholz); Lok Aschersleben - SV Timmenrode 1:1 (Tina Fessel/Anja Stweretschka), Germania Wernigerode - Rot-Schwarz Edlau 1:3 (Maria Jebauer/Kathleen Schwabe, Candy Kitzing, Susanne Bönisch), Lok Aschersleben - SG Bienorf/Bernburg 1:2 (Sabrina Ninschkewitz-Hohlbein/Denise Weidlich, Victoria Reich), Rot-Schwarz Edlau - Schönebecker SV 1:0 (Candy Kitzing), SV Timmenrode - Germania Wernigerode 0:1 (Maria Jebauer), SG Biendorf/Bernburg - Rot-Schwarz Edlau 0:3 (2x Eve Krassowski, Candy Kitzing), Germania Wernigerode - Lok Aschersleben 1:0 (Jessica Dehne), Schönebecker SV - SV Timmenrode 1:0 (Cornelia Thomas), Germania Wernigerode - SG Biendorf/Bernburg 2:2 (2x Susan Windgassen/2x Denise Weidlich), SV Timmenrode - Rot-Schwarz Edlau 1:4 (Anja Stwertetschka/Therssa Weise, Candy Kitzing, Susanne Bönisch, Kathleen Marklein), Lok Aschersleben - Schönebecker SV 1:1 (Silke Schulz/Marie Plaul), SV Timmenrode - SG Biendorf/Bernburg 3:0 (Vivien Am Ende, Melissa Kirschner, Melanie Wichert), Schönebecker SV - Germania Wernigerode 2:0 (Anika Strauß, Roswitha Hennig), Rot-Schwarz Edlau - Lok Aschersleben 3:0 (2x Susanne Bönisch, Candy Kitzing)

Tabelle

1. Rot-Schwarz Edlau14:215

2. Schönebecker SV 5:210

3. Germania Wernigerode 5:77

4. SV Timmenrode5:74

5. SG Biendorf/Bernburg 4:104

6. Lok Aschersleben 3:8 2

Schiedsrichter: Silke Galetzka (Bebitz), Michael Andrae (Bernburg), Philip Bürger-Schönemann (Bernburg), Maximilian Scheibel (Breitenhagen)

Zuschauer: 121

Beste Spielerin: Jessica Dehne (Germania Wernigerode)

Beste Türhüterin: Marie Hartbrecht (SV Timmenrode)

Torschützenkönigin: Candy Kitzing (Rot-Schwarz Edlau) mit 5 Toren

   

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