Der 27:17-Erfolg beim HC Leipzig II war für den HC Salzland 06 bereits der Startschuss zur Rückrunde in der 3. Handball-Liga. Die Freude über den Auswärtssieg war groß, genau wie die über die gelungene Hinrunde.

Staßfurt l Es war ein gewagtes Experiment, mit René Linkohr einen im Frauenbereich unerfahrenen Trainer zu verpflichten. Doch der vierte Platz bescheinigt dem Verein für diese Entscheidung einen gelungenen Zug.

Vor allem die Defensive, ohnehin schon immer das Steckenpferd der "Wildgänse", wurde weiter verstärkt, was vor allem ein Verdienst von Linkohr ist. Sein Credo: "Eine gute Abwehr schafft Möglichkeiten für einfache Tore." Mit 328 Gegentoren weist der HCS die drittbeste Abwehr auf. Zum Vergleich: Tabellenführer Kirchhof kassierte 324 Tore.

Aber es ist nicht nur die Abwehr, die den "Wildgänsen" zu 17 Punkten verhalf. "Die Mannschaft ist insgesamt gereift", sagte der Trainer und fügte an: "Das Tabellenbild hat sie sich hart erarbeitet".

Die ersten beiden Spieltage (25:22 gegen HC Leipzig II, 27:23 gegen Union Halle) legten den Grundstein für die Hinrunde. "Das war wertvoll für die Mannschaft und hatte auch für mich eine besondere Bedeutung."

Ein konkretes Saison-Highlight benannte Linkohr nicht. Aber: "Positiv waren alle Spiele, in denen wir Schwächephasen kurzgehalten oder abgefangen haben." Das beste Beispiel dafür war der Auswärtssieg in Leipzig, als sich der HCS praktisch keine Auszeit erlaubte. Negativ befand der Coach genau das Gegenteil, nämlich "wenn wir aufgrund solcher Phasen verloren haben". Dieses Schicksal ereilte die "Wildgänse" gegen Blomberg-Lippe II. Der HC Salzland führte lange, ehe er kopflos wurde und die Punkte noch vergab.

Ein Manko konnte der HCS bislang nicht gänzlich ablegen: Den Positionsangriff. In dieser Hinsicht attestierte Linkohr seiner Mannschaft noch "Lernfähigkeit". Insbesondere weil großgewachsene "Shooter" im Rückraum fehlen, "müssen wir uns die Tore hart erarbeiten", sagte der Trainer. Doch an dieser Stelle schließt sich der Kreis zur kompakten Defensive, die häufig Tempogegenstöße und leichte Tore ermöglicht. Umsonst stünde der HCS nicht auf dem vierten Rang.

Im Hinblick auf die bereits begonnene Rückrunde hofft Linkohr, "dass wir nicht einbrechen und die Punktzahl der Hinrunde bestätigen können". Jeder Rang über dem achten, den das Team in der abgelaufenen Saison erreichte, wäre die erfolgreichste Platzierung der Vereinsgeschichte.