Die Schlusssirene ertönte, die Anzeigetafel bescheinigte den Handballern des HV Rot-Weiss Staßfurt einen 36:28 (13:10)-Erfolg über die SG Spergau. Für die Mitteldeutsche Oberliga ein recht klares Ergebnis. Trotzdem saß Trainer Uwe Mäuer allein und irgendwie angefressen auf der Bank, während die Mannschaft verhalten jubelte.

Staßfurt l Gründe zum Schmollen gab es für den Trainer zur Genüge. Mäuer haderte vor allem mit dem Rückraum, der im ersten Durchgang Übersicht und Durchschlagskraft vermissen ließ. "Ich hatte den Eindruck, als wären wir verunsichert gewesen", sagte der Coach. "Aus dem Rückraum hätte mehr kommen müssen."

Überhaupt habe in Hälfte eins der direkte Druck gefehlt, "der unbedingte Wille, einen Treffer zu erzielen. Wir haben teilweise vorn die Bälle verworfen, die wir uns hinten mühsam erarbeitet haben." Die Dominanz kam in Schüben. Die Gäste führten mit 5:2, gerieten dann 5:8 in Rücktand, ehe sie zum 10:10 ausglichen. Es ging auf und ab.

"So erschwert man sich selbst gegen Spergau das Leben." Einzig Keeper Patrick Tuchen war es zu verdanken, dass der Aufsteiger nicht mehr Treffer erzielte. Er erwischte einen starken Tag. "In der ersten Halbzeit hat er uns den Spielstand gerettet", lobte Mäuer. "Auch nach dem Seitenwechsel war er sehr konstant."

Die Sicherheit im Abschluss kam zurück, insbesondere im zweiten Durchgang. Je weiter sich die Partie dem Ende näherte, umso zielsicherer wurden beide Seiten. Wie im Hinspiel machte sich der Eindruck breit, dass man hinten ruhig Gegentreffer kassieren kann, da vorn schließlich selbst getroffen werden kann. Mäuer nahm seine Spieler allerdings in Schutz. "Das ist normal, wenn man hinten raus mit sechs oder sieben Toren führt."

Alle eingesetzten Staßfurter trugen sich ins Protokoll ein. Auch Martin Dittmar und Kevin Engelhardt, die in der Schlussphase auf der Platte standen. Doch der 30. Treffer wollte nicht so recht gelingen. Über mehrere Minuten und Angriffe mühte sich der HV Rot-Weiss, ehe Sefan-Victor Secara schließlich ausgerechnet in Unterzahl diese Tormarke knackte.

Aufgrund des verletzungsbedingten Ausfalls von Eike Rach erhielt Robert Fuhrmann auf Rechtsaußen fast 60 Minuten Einsatzzeit. Wie viele Treffer er markierte, wusste er kurz nach Abpfiff gar nicht so genau. Hängen blieb ihm etwas anderes: "Meine ersten beiden Versuche habe ich verworfen. Anfangs war ich schon etwas nervös, das hat sich dann aber gelegt." Zwei Tore konnte der 22-Jährige verbuchen.

Trotz der Höhen und Tiefen ordnete Furhmann dem Sieg einen hohen Stellenwert zu. "Das war wichtig für die Mannschaft." Die 28:29-Heimpleite gegen Radis, "bei der wir uns schlecht präsentiert hatten", war noch nicht ganz verdaut. Mäuer legte sogar noch eine Schippe drauf: "Das war ein Pflichtsieg."

Am kommenden Sonnabend wird diese Leistung nicht reichen, um Tabellennachbar Burgenland zu bezwingen.

HV Staßfurt: Tuchen, Schliwa - Dittmar (1), Fuhrmann (2), Ortmann, Mennecke (1), Retting (4), Jacobi (2), Ernst (1), Engelhardt (2), Hähnel (7), Scholz (7/2), Rindert (5), Secara (4)

Siebenmeter: Staßfurt 3/2 - Spergau 7/6; Zeitstrafen: Staßfurt 3 - Spergau 2