Naumburg (chj) l 90 Sekunden waren noch zu absolvieren, die Handballer des HV Rot-Weiss Staßfurt führten beim HC Burgenland mit 31:27. Eine Verkettung eigener Fehler und strittiger Schiedsrichter-Entscheidungen führte dazu, dass die Gäste binnen anderthalb Minuten die Führung vergaben und sich schließlich mit einem 31:31 (16:13)-Unentschieden aus Naumburg verabschiedeten. Dadurch verharrt der HVS auf dem achten Rang der Mitteldeutschen Oberliga.

90 Sekunden, vier Tore Vorsprung und Ballbesitz, der Sieg schien sicher. Dann ertönte ein Pfiff, die Unparteiischen entschieden auf Schrittfehler. Laut Staßfurts Co-Trainer Andreas Stops ertönte dieser Pfiff zu unrecht. Der Gegenstoß saß. Während des nächsten Angriffs wurde der Ball vertändelt, der Gegenstoß traf. Stefan-Victor Secara sah eine Lücke im Burgenländer Defensivverbund, klappte das Visier runter und entschied sich für einen Alleingang. Ballverlust - Der Gegenstoß saß. Angriff Staßfurt, Ballverlust und ein Foul in der Rückwärtsbewegung. Der fällige Freiwurf wurde laut Stops nicht dort ausgeführt, wo das Foulspiel stattfand, zudem wurde er nicht angepfiffen. Der Freiwurf saß, Ausgleich, Abpfiff.

Ein Ballverlust erfolgte, als die Gäste längst eine Auszeit nehmen wollten, der Pfiff jedoch nicht ertönte. Die Schrittfehler waren strittig und der Freiwurf wurde zu schnell sowie vom falschen Fleck ausgeführt.

All dies ärgerte Stops, die Schuld suchte er jedoch eher in den eigenen Reihen. "Am Ende hätten wir cleverer und routinierter sein müssen." Vor allem Secara sei nach Abpfiff geknickt gewesen, da sein Ballverlust mit einem Gegentor bestraft wurde. "Das wird ihm nicht noch einmal passieren", wusste Stops. Nicht nur Secara konnte etwas lernen. Denn die fehlende Abgezocktheit kostete den Staßfurtern den Sieg. "Das war eine Erfahrung, die die Mannschaft machen musste. Aber hoffentlich nur einmal."

Die letzten 90 Sekunden trüben über die verbliebenen Minuten hinweg, denn die Gäste hatten das Geschehen stets im Griff. "Wir waren 59 Minuten lang die bessere Mannschaft und von Beginn an überlegen", erklärte Stops. Vor allem der Inneblock um Nils Hähnel und Robert Mennecke funktionierte sehr gut, genau wie das Zusammenspiel mit Keeper Patrick Tuchen, der aufgrund der beiden Großgewachsenen meist nur eine Seite des Tors abdecken musste. Doch sowohl Hähnel als auch Mennecke schieden im zweiten Durchgang verletzungsbedingt aus, "was der Überlegenheit keinen Abbruch tat". Nach vorn lief es ebenfalls nach dem Geschmack der Staßfurter, die fast 60 Minuten mit zwei bis fünf Toren führten - Bis kurz vor Abpfiff.

Trotz des Remis` in letzter Sekunde wollte Stops das Positive hervorheben. "Wir haben auswärts einen Punkt geholt. Und das auch noch in Burgenland - das gelingt nicht jedem." Außerdem sei die Fehlerquote erneut gesenkt worden.

HV Staßfurt: Tuchen, Schliwa - Dittmar, Fuhrmann (3), Ortmann, Mennecke, Retting (5), Jacobi (4), Engelhardt, Hähnel (5), Scholz (8/3), Rindert (3), Secara (3)

Siebenmeter: HCB 4/3 - HVS 3/3; Zeitstrafen: HCB 5 - HVS 2; Rot: C. Haufe (3x2 Minuten, 44.) -HC Burgenland-