Spergau (chj) l Die Handballer des HV Rot-Weiss Staßfurt II durften am 14. Verbandsliga-Spieltag gleich zwei positive Erlebnisse feiern. Zum einen traten die Bodestädter nicht in Personalnot an, zum anderen fuhren sie beim 34:32 (19:14)-Sieg bei der SG Spergau II die ersten Auswärts-Punkte ein.

Mit der Unterstützung von Steve Ilgenstein aus der A-Jugend, Felix Dietze aus dem Kader der ersten Vertretung sowie Jan Rösler, der als gelernter Torwart im Notfall einspringt, zählte Trainer Mario Kutzer zehn Feldspieler. Ein ungewohntes Gefühl, auf der Bank nicht nur einen Torhüter, Physiotherapeutin Katarina Jedlitschka und Betreuer Holger Loose neben sich zu sehen. "Anfangs war es ganz angenehm, viele Wechsler zu haben", sagte Kutzer. Doch eine breite Bank verlangt auch andere Trainergeschicke. "Wenn man nur sechs Spieler hat, kann man höchstens etwas umstellen. In Spergau musste ich überlegen, was zu ändern war. Spielanteile sollten auch alle bekommen. Es war eine Umstellung für mich."

Die ungewohnt große Bank konnte mit ansehen, wie die Staßfurter Start-Sieben gut in die Partie fand und sich zum 12:6 absetzte. "Wir hatten einen richtigen Ritt", blickte Kutzer zurück. Erneut verschlief der HVS II die Anfangsminuten nicht. Einen Durchhänger konnten die Gäste aber doch nicht vermeiden. Spergau II bestrafte die Staßfurter Nachlässigkeiten und glich zum 14:14 aus. "Es war ein schnelles Spiel, unser Einbruch war konditionsbedingt", wusste Kutzer.

Rächen sollte sich diese Phase aber nicht. Denn die Rot-Weissen drehten nach der Verschnaufpause wieder auf und sorgten für den 19:14-Halbzeitstand. Sicher fühlte sich aber keiner. "Wir waren gewarnt, schließlich hatten wir bereits einen Sechs-Tore-Vorsprung schmelzen lassen."

Nach dem Seitenwechsel ließen die Gäste aber nichts mehr anbrennen - trotz einiger Fehler. "In der Deckung lief vieles schief", monierte Kutzer. Vor allem der Zwei-Meter-Hüne Kai Reinhardt flößte dem HVS II Respekt ein. Die Defensive machte ihn zu selten fest. Dennoch hatte der Vorsprung von zwei bis drei Toren Bestand. "Es war nicht unser bestes Spiel, aber wir haben gewonnen und die ersten Auswärts-Punkte eingefahren", sagte der Coach. Mit 15 Toren, davon zwölf aus dem Feld, hatte Thomas Jesse daran einen großen Anteil.

HV Staßfurt II: A. Jesse, J. Stein - Rösler, A. Stein (3), Dietze (4), T. Jesse (15/3), Korin (2), Gödde (3), Loose (3), Ilgenstein, Panzer, Spadt (4)