Vor heimischer Kulisse verteidigte die erste Vertretung des RSV Unseburg den zweiten Platz in der Radball-Verbandsliga und verweilt damit auf einem Aufstiegsrang. Die Zweite hingegen sammelte sechs wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.

Unseburg l Mücheln III, Tollwitz I und II sowie Sangerhausen V reisten zum 3. Spieltag nach Unseburg. Die vierte Vertretung aus Sangerhausen trat nicht an. Unseburg I entschied drei Partien für sich, zog zweimal den Kürzeren und trennte sich einmal unentschieden. "Es war mehr drin", sagte Ewald Glanz, der zusammen mit Peter Pfeifer antrat. "Wir wollten eigentlich noch gegen Tollwitz I gewinnen." Doch die Partie endete 1:2. Unzufrieden war Glanz aber nicht, "immerhin sind wir noch Zweiter". Das sei in der Liga nicht selbstverständlich, denn "viele Teams sind ebenbürtig". Außer Tabellenführer Mücheln III, der von 18 Partien erst eine nicht siegreich gestaltete.

Ein Spieltag steht noch aus und trennt den RSV I vom möglichen Delegations-Turnier um den Aufstieg in die Oberliga. Während Glanz eher zurückhaltend auf die höhere Spielklasse schaut, würde ein anderer dort gern Erfahrungen sammeln. "René Rath möchte gern einmal in der Oberliga antreten", weiß Glanz. Rath und Walter Schmidicke agierten gemeinsam in der Zweiten, wobei Schmidicke nur aushalf. Eigentlich gehört Florian Lötzing zum Stammpersonal, doch ein Rippenbruch zwang ihn zur Pause. Auch Ersatzmann Schmidicke war nicht fit. "Walter wollte erst nicht antreten, da er sich am Vortag den Rücken verdreht hatte", sagte Glanz. Aber er biss auf die Zähne - und eine Schmerztablette.

Verletzungen sind das kleine Übel, im Allgemeinen ringt die interessante Sportart ums Überleben. Der RSV Unseburg ist mittlerweile der einzige Verein der Umgebung, der dieser Disziplin noch nachgeht. Vor Jahren gab es noch Konkurrenz aus Staßfurt, Wolmirsleben und Förderstedt. "Aber es gibt keinen Nachwuchs", sagte Glanz.

Alle Unseburger fingen bereits in jungen Jahren mit Radball an. Ein Phänomen, das es heute kaum noch gibt. Viele Kinder verschreiben sich dem Fußball oder Handball, gleiches gilt für Sponsoren, die es in der Sparte praktisch gar nicht mehr gibt. Aber die Sportart selbst ist dabei ein Problem, da sie mühsam erlernt werden muss und viel Zeit und Nehmerqualitäten verlangt.

Kritik ließ Glanz auch bezüglich der Hallensituation in Unseburg verlauten. So blieb bei der Sanierung kein Geld für Duschen übrig. Lediglich Toiletten sowie ein Waschbecken mit kaltem Wasser konnten den angereisten Mannschaften angeboten werden. "Es ist schade, dass die Gäste nicht einmal duschen konnten." Außerdem hielt der Förderverein die Zusage nicht ein, für den Spieltag die Halle zu heizen. Glanz maß 15 Grad Celsius. "Wir haben gefroren. Und bei Pausen zwischen den Spielen von etwa einer Stunde bestand das Risiko, krank zu werden."

Tabelle nach dem 3. Spieltag

1. Mücheln III 130:32 51

2. Unseburg I 82:56 37

3. Tollwitz I 78:54 31

4. Sangerhausen IV 52:71 22

5. Unseburg II 65:97 21

6. Sangerhausen V 25:77 13

7. Tollwitz II 38:93 9