Genthin/Güsten (chj) l Für die Volleyballer des VC 97 Staßfurt war es ein ereignisreiches Wochenende. Während die Männer mit zwei Siegen den zweiten Platz in der Landesliga behaupteten, hatte die zweite Frauen-Mannschaft einen Doppelspieltag zu bestreiten, da sie zeitgleich ein Nachwuchs-Team ist.

Landesliga, Männer

Die Männer standen in Genthin dem gastgebenden GVV sowie GutsMuths Quedlinburg gegenüber und starteten gegen die Hausherren. "Wir haben uns anfangs schwer getan", sagte Trainer Michael Frost. Den ersten Satz gaben die Staßfurter aufgrund der Startschwierigkeiten ab. "Aber wir haben uns im Laufe der Partie gesteigert." Die Aufschläge wurden druckvoller, die Eigenfehler minimiert. Die beiden Folgesätze gingen knapp an den VC 97. Im vierten Durchgang fanden die Gäste endgültig zur Souveränität, sodass Genthin schließlich mit 1:3 (23, -22, -22, -13) den Kürzeren zog.

Nach einer Pause, während die Staßfurter den nächsten Gegner Quedlinburg spielen sahen und "Schwachstellen herausfinden konnten", traf der VC 97 auf GutsMuths. Mit 3:0 (18, 12, 11) wurde es ein deutlicher Sieg. "Wir sind gleich sehr gut ins Spiel gekommen, hatten gute Blockpositionen und Aufschläge", sagte Frost. Mit genügend Selbstvertrauen aus dem vorangegangenen Sieg "hatte es der Gegner sehr schwer".

Sinnbildlich für die Leistung des VC 97 war Tim Dornemann. "Er hat an diesem Spieltag alles mitgemacht. Gegen Genthin hatte er anfangs einen schweren Stand. Aber er steigerte sich und spielte am Ende frei auf", lobte Frost seinen Schützling stellvertretend für die gesamte Mannschaft.

Dornemann und Co. hatten gar keine andere Wahl, als sich zu steigern. Frost standen nämlich keine Wechsler zur Verfügung. "Die Kampfmoral hat gestimmt. Ich war sehr zufrieden." Unterstützung hatte der Coach hingegen an der Seitenline. Steffen Koch half als Co-Trainer aus und war für Analysen und Statistiken verantwortlich.

Mit den beiden Siegen festigten die Staßfurter den zweiten Rang der Landesliga. Tabellenführer Reform Magdeburg hat zwar ebenfalls 30 Punkte, aber noch zwei Partien weniger bestritten. "Als Aufsteiger aus der Landesklasse ist es unser Ziel, den zweiten Platz zu sichern", gab Frost die Marschroute vor.

Den nächsten Spieltag vor heimischer Kulisse bestreiten die Männer zusammen mit den Frauen am Sonntag, 22. Februar. Während die Männer den zweiten Platz verteidigen wollen, könnten sich die Frauen den Aufstieg in die Oberliga sichern.

Staßfurt: Stinner, Bornemann, Dornemann, Groth, Wernicke, Haustein, Karnstedt

Landesklasse, 2. Frauen

Ganz im Sinne von Trainer Gerald Wolter, dessen Philosophie lautet "spielen, spielen, spielen, um Erfahrungen zu sammeln" hatte die zweite Mannschaft ein Mammut-Programm vor sich. Am Sonnabend trat sie in Schönebeck als U 16 an, tags darauf als Frauen-Team der Landesklasse in Güsten.

Es gehört ebenfalls zu Wolters Philosophie, dass Niederlagen oft wertvoller sind als Siege. "Wenn die Spielerinnen verlieren, denken sie darüber nach und hinterfragen sich." Dies widerfuhr den Staßfurterinnen in der Leistungsklasse I in Schönebeck. Als Favoriten gehandelt, standen unterm Strich zwei Siegen zwei Niederlagen gegenüber. "Jeder wollte für sich kämpfen, aber zusammen hat das Team es nicht hinbekommen", sagte Wolter.

Einen Tag später musste der Coach dem Team gar nicht viel sagen. "Bei großem Ehrgeiz sitzt der Stachel tief. Das hilft einem Trainer ungemein." Die Staßfurter Selbstkritik fruchtete, erst zog Eintracht Güsten mit 1:3 (-14, 14, -16, -18) den Kürzeren, anschließend der SSV Besiegdas Magdeburg mit 0:3 (-13, -22, -12).

Der Staßfurter Doppel-Erfolg ist umso höher einzuordnen, wenn man das Durchschnittsalter von knapp 14 Jahren beachtet - im Frauenbereich. "Es lief einfach alles an diesem Tag. Das Team ist zum Teil über sich hinausgewachsen", freute sich Wolter. Dazu trug auch die Konkurrenzsituation bei. Denn dem Coach standen elf Spielerinnen zur Verfügung, darunter drei aus der Ersten.

Staßfurt: Alia Degenhardt, Elisa Döhring, Melissa Moye, Laura Schambier, Julie Sämisch, Kim Heinrichs, Lucie Kolbe, Leonie Kolbe, Carolin Hoffmann, Sabrina Senf, Judith Rose