Quedlinburg (spa/chj) l "Ich habe der Mannschaft mit auf den Weg gegeben, dass Quedlinburg keine Laufkundschaft ist", sagte Steffen Panzer, Trainer der B-Jugend des HV Rot-Weiss Staßfurt vor dem 12. Spieltag der Handball-Bezirksliga. Er sollte recht behalten. Denn sein Team musste sich voll ins Zeug legen, um den 25:21 (10:12)-Arbeitssieg beim QSV einzufahren.

Den besseren Start erwischte der Tabellenführer aus Staßfurt, der zum 6:3 vorlegte. Doch von der Anfangsstärke war kurz darauf wenig zu sehen. Panzer sah "ein schlechtes Wurfbild, unvorbereitete Abschlüsse und eine steigende Fehlerquote" bei seinen Schützlingen. Die Gastgeber bestraften diese Unzulänglichkeiten und gingen zum 12:8 in Führung. "Es wurmte mich sehr, wie wir die Führung aus der Hand gaben."

In einer Auszeit redete der Coach auf das Team ein - mit Erfolg. In den letzten fünf Minuten der ersten Hälfte ließ der HVS keinen Treffer mehr zu und verkürzte zum 10:12.

Nach weiteren klaren Worten in der Kabine und einer taktischen Umstellung sollte es im zweiten Durchgang besser werden. Panzer stellte auf eine versetzte 5-1-Deckung um, auf deren Spitze Justhin Kliem Quedlinburgs besten Rückraumschützen abmelden sollte. "In der Abwehr wurden wir dann aktiver", sagte der Coach.

Dafür tat sich ein anderes Problem auf. Der HVS bekam "fragwürdige Pfiffe der Unparteiischen" gegen sich, die in sieben Zeitstrafen mündeten. Insgesamt mussten die Gäste zweimal in doppelter Unterzahl agieren. Auch Panzer bekam Gelb, nachdem er seinen Unmut nach einem ungeahndeten Foul an Justhin Kliem Luft machte. "Quedlinburg sah bis dahin nur einmal Gelb", während die Staßfurter für ähnliche Fouls mit zwei Minuten von der Platte mussten.

Doch die Rot-Weissen ließen sich davon nicht bremsen. In doppelter Unterzahl starteten sie eine Aufholjagd, die mit der 19:17-Führung belohnt wurde. Auch ein Torhüter-Wechsel war Gold wert. Tobias Trostdorf kam für Erik Stein, "zeigte super Paraden und verwaltete somit die knappe Führung", lobte der Trainer. Hinzu kam, dass die Offensive nun beweglicher agierte und die Räume suchte - bis zur Schlusssirene.

Panzer freute sich sehr darüber, dass "meine Spieler sich trotz fragwürdiger Pfiffe und der stimmungsvollen Halle nicht aus der Ruhe bringen ließen und sich nur auf das Spiel konzentrierten". Mit dem Sieg verteidigte Staßfurt die Tabellenführung.

Staßfurt: Erik Stein, Tobias Trostdorf - Kevin Tacke, Justhin Kliem (3), Janik Starosta (7), Julian Nüssel, Enrico Suske (1), Tommy Minet (2), Phillipp Langewald, Simon Albrecht (12)

Siebenmeter: QSV 3/2 - HVS 3/3; Zeitstrafen: QSV 1 - HVS 7