Ihre jährliche Herbstwanderung hat die Laufgruppe vom MSV Eintracht Halberstadt durchgeführt. In diesem Jahr führte diese nach Quedlinburg.

Halberstadt (fbo) l Bereits zur Jahreshauptversammlung im Januar 2014 wurde der Termin der Herbstwanderung bekannt gegeben.

Der für die Wanderung verantwortliche Wanderleiter hatte allerdings kurzfristig keine Zeit, den Ausflug durchzuführen, also war ein Ersatzwanderleiter gefragt. "In solchen Fällen muss wie üblich immer der Leiter der Laufgruppe einspringen", erklärte Lothar Ahrens. Gesagt, getan. Es wurde in Erinnerungen gekramt und da kam eine Wanderung mit einem Wanderleiter der Quedlinburg-Information in den Fokus. "Diese Wanderung gefiel uns damals - vor ca. sechs Jahren - sehr gut", beschrieb Ahrens. Aber ohne vorheriges Abwandern ging es nicht. Also begab sich Lothar Ahrens gemeinsam mit Ehefrau Roswitha auf die Strecke.

Es kam wie es kommen musste, einige Trampelpfade waren zwischenzeitlich zugewachsen und einige Wege hörten plötzlich bei einem großen Ackerfeld auf. Letztendlich wurde eine Strecke gefunden, die am Ende sogar noch mit einem Café-Besuch gekrönt werden konnte.

Am letzten Wochenende fanden sich schließlich 23 Wanderfreudige morgens auf dem Halberstädter Bahnhofsvorplatz ein. Das Ziel war nicht bekannt, aber alle machten mit. In Quedlinburg angekommen, wurden die 23 Wandersleut mit einem Läuferschluck oder einer Läuferpraline begrüßt. Die Route führte quer durch Quedlinburg, durch schmale Gassen, über schmale Brücken, ging durch die "Hölle" und letztendlich durch einen schmalen Gang und schon kamen alle direkt vor dem Rathaus an. Die Teilnehmer staunten. "Hier sind wir noch nie entlang gegangen, diesen schmalen Gang haben wir noch nie gesehen." "So sollte es auch sein, kleine Neuigkeiten zu entdecken", freute sich Ahrens. Am Teepostkartenhaus und am Caféhaus vorbei, bog die Runde in den Hoken ein und stand vor dem Haus Nummer 4. Hier erklärte Lothar Ahrens anhand des Fensterladens, wie es zu dem Begriff Ladenschlusszeiten kam. Die Gruppe querte den Markt und kam im Wordgarten an. Hier verweilte man am Wasserstandanzeiger von 1925, genoss den Blick auf das Schloss und gönnte sich im Abteigarten bei herrlicher Sonne das Frühstück aus dem Rucksack.

Die Wanderstecke führte weiter Richtung Tierheim. Dort bog man zu den Höhlen ab, in denen während des 2. Weltkrieges die Halberstädter und Quedlinburger Kirchenschätze eingelagert waren. Diese Info war für alle neu.

Die Teilnehmer nahmen den nächsten Aufstieg zur Altenburg. Auch hier gab es mehrere Aufstiege, den ausgewählten kannte keiner. Per Mittagspause wurden hier die Rucksäcke "erleichtert" und die aufgenommenen Kalorien gleich wieder beim Aufstieg zur Altenburg Warte abgebaut. Der weitere Verlauf der Wanderstrecke war den Läufern vom Quedlinburger Weihnachtslauf oder vom Quedlinburger Waldlauf bekannt. Ahrens: "Sicher sollte sich aber keiner fühlen." So ging es in einer scharfen Rechtskurve zurück in Richtung Quedlinburg. In der Mittagssonne mit einem Weinberg, der zum Westerhäuser Weingut gehört, im Rücken, wurde noch einmal Rast gemacht. Die Halberstädter genossen zwischenzeitlich die schöne Aussicht und machten Pause im Café Münzenberg. Immer wieder waren die Worte zu hören, "ist das hier schön, hier waren wir noch nie, sind immer nur vorbei gefahren, diese Strecke sind wir noch nie gewandert".

Bei Radler, Bier, Kaffee oder Eis wurden dann die Beine müde. Bis zur Abfahrt des Zuges blieb noch Zeit, um einmal über den Schlossberg zu laufen. Dabei stellten wiederum einige fest, dass sie vor vielen Jahren zum letzten Mal in Quedlinburg waren und staunten, wie hübsch alles geworden ist. "Der Blick auf die Uhr verriet uns, den direkten Weg zum Bahnhof zu nehmen", berichtete Ahrens vom Abschluss des Ausflugs, "gut gelaunt kamen alle wieder in Halberstadt an".