Babelsberg l Regionalligist 1. FC Magdeburg trennte sich Freitagabend in einer turbulenten Partie in Potsdam mit zwei Unterbrechungen vom SV Babelsberg 2:2 (1:1). Das Spiel stand in der 79. Minute kurz vor dem Abbruch, weil FCM-Anhänger das Spielfeld gestürmt hatten.

Die an Dramatik kaum zu überbietende Begegnung musste aufgrund unverbesserlicher FCM-Anhänger für 18 Minuten unterbrochen werden, Polizei marschierte auf. FCM-Sportchef Mario Kallnik drohte per Mikro damit, die Punkte kampflos abzugeben.

Zum Spiel, das wegen nicht rechtzeitig eingetroffener FCM-Anhänger und Abbrennen von Pyro-Technik in beiden Fan-Blöcken mit zwölfminütiger Verspätung begann: Die Gäste, die wieder auf Kapitän Marius Sowislo (Gelb-Sperre abgesessen) zurückgreifen konnten, wurden nach nur acht Minuten kalt erwischt, als Heiko Schwarz FCM-Keeper Matthias Tischer mit einem unhaltbaren Kopfball ins linke Eck überwand (8.).

Im weiteren Verlauf entwickelte sich ein flottes Viertligaspiel mit leichten Vorteilen auf Seiten der Filmstädter. Dem nicht geschockten, nach vorn aber zu harmlosen Club gelang es nicht, den Gegner ernsthaft in Verlegenheit zu bringen.

Bis zur 37. Minute. Da lief nach dem ersten gelungenen Angriff Lars Fuchs übers halbe Feld, bediente dann mustergültig Christian Beck, und der Torjäger vollendete mit seinem elften Saisontreffer ins lange Eck zum 1:1.

Kurz vor der Pause mussten nach einem schmerzhaften Zusammenprall am Kopf sowohl o3-Kapitän Julian Prochnow als auch Tino Schmunck vom Platz .

Gleich nach dem Wechsel die nächste verletzungsbedingte Auswechslung. Diesmal hatte es Felix Schiller am Rücken erwischt (49.). Wenig später konnten die Elbestädter wieder jubeln. Nach einem abgeblockten Viteritti-Schuss kam Fuchs an den Ball und traf zum vielumjubelten 1:2 (52.).

Babelsberg machte mit zunehmender Dauer viel Druck, drängte mit Macht auf den Ausgleich. Der fiel in der 76. Minute (Torschütze Severin Mihm per Kopf), nachdem kurz zuvor Christopher Reinhard nur das Lattenkreuz getroffen hatte. In der Schlussphase passierte nicht mehr viel, so dass es beim 2:2 blieb.

Wer das wegen seiner Lockerheit immer wieder lesenswerte Stadionheft "Null-Drei" erworben hatte, bekam zunächst einmal kostenlosen Geografieunterricht. So hieß es in der Rubrik "Unser Gast" zum Stichwort "Der Ort": "Magdeburg wurde 805 erstmals im Diedenhofer Kapitular Karls des Großen als Magadoburg - Mächtige Burg -erwähnt. Nach Konrad Adenauers Kenntnissen lag die Elbmetropole direkt am Ural.

Babelsberg: Gladrow - Mihm, Hebib, Prochnow (43. von Piechowski), Koc, Schwarz, Becker (57. Blazynski), Moral, Maaß (70. Druschky), Sindik, Albrecht

FCM: Tischer - Hammann, Handke, Schiller (49. Nennhuber), Lange, Schmunck (43. Viteritti), Sowislo, Puttkammer, Reinhard, Fuchs (90. Schröter), Beck

Schiedsrichter: Albert (Muldenhammer). Zuschauer: 4589. Tore: 1:0 Schwarz (8.), 1:1 Beck (37.), 1:2 Fuchs (52.), 2:2 Mihm (76.). Gelb: von Piechowski / Puttkammer