Magdeburg. Kaum, dass Cheftrainer Andreas Petersen seine Vier-Spiele-Sperre abgesessen hat, ließ das nächste (hausgemachte) Problem nicht lange auf sich warten. Nach zwei Unterbrechungen in der zweiten Halbzeit, verursacht durch unverbesserliche "Fans" im FCM-Block, dürfte der Club als Wiederholungstäter wohl nicht mehr mit einer Geldstrafe davonkommen. Vor allem der zweite Vorfall, als in der 79. Minute Chaoten aufs Spielfeld stürmten und eine 18-minütige Zwangspause verursachten, wiegt schwer. Es droht eine Auswärtspartie ohne eigene Anhänger bzw. daheim ein "Geisterspiel" in einer dann leeren MDCC-Arena.

FCM-Co-Trainer Danny König, der seinen Chef zum letzten Mal vertrat und ungeschlagen blieb (zwei Siege, zwei Remis), nannte das Verhalten der eigenen Anhänger "beschämend", nahm aber gleichzeitig den Unparteiischen Lars Albert (35/Muldenhammer) in Schutz, der die Nachspielzeit nicht voll ausgeschöpft und mindestens vier Minuten zu früh abgepfiffen hatte: "Ich kann den Mann verstehen. Gerade für den Schiedsrichter war es eine knifflige Situation. Letztlich können wir alle froh sein, dass das Spiel am Ende noch vernünftig über die Runden gebracht wurde."

Zu weiteren Eskalationen kam es am Freitag im Stadion aber nicht. Und auch die Zugfahrt zurück nach Magdeburg verlief ohne Zwischenfälle.

Sportlich herrschte die einhellige Meinung, dass es der FCM versäumt hatte, nach den Erfolgen in Meuselwitz (2:1) und gegen Hertha BSC II (4:1) einen weiteren "big point" zu landen und so die dritte Negativserie zu beenden (der letzte Sieg in Babelsberg gelang am 29. August 1999 mit 3:2). "Wir sind einfach noch nicht soweit, um so ein Spiel nach Hause zu schaukeln", sagte Routinier Lars Fuchs.

Torhüter Matthias Tischer meinte: "Die Chance, hier mal wieder zu gewinnen, war riesig. Wir hatten die drei Punkte schon in der Hand, haben uns dann aber zu doof angestellt." Kapitän Marius Sowislo: "Nach dem 2:1 waren wir zu passiv. Man darf aber nicht vergessen, dass Babelsberg gerade über rechts mit Koc enorm viel Druck gemacht hat. Am Ende war\'s ein gerechtes Remis."