Magdeburg l Kevin Schweiger hat von einem "perfekten Einstand" gesprochen am vergangenen Sonnabend, nachdem die Baskets in der Gieseler-Halle diesen wichtigen 82:80-Sieg gegen Karlsruhe eingefahren hatten. Sein perfekter Einstand konzentrierte sich auf die Defensive. "Ich habe meinen Fokus auf die Verteidigung, ich halte die anderen raus. Und ich versuche, meine offenen Würfe zu treffen", sagte er. Genau deshalb hatte ihn Magdeburgs Trainer Dimitris Polychroniadis kurz vor den Weihnachtsfeiertagen in Dänemark angerufen und von einem Wechsel überzeugt.

Und sonderlich schwer hatte es Polychroniadis dabei nicht. "Zufriedenheit ist was anderes", resümierte Schweiger seine 18 Monate beim Erstligisten Cimbria Randers. Der Verein und der Spieler lösten entsprechend schnell den bis 2014 laufenden Vertrag auf. Bis zum Ende dieser Pro-A-Serie ist Schweiger nun ein Magdeburger - mindestens. "Magdeburg gefällt mir. Und das Spiel ist intensiver", sagte der 26-Jährige. "Ich muss jetzt noch meinen Rhythmus finden." Wie der dann aussieht, weiß Polychroniadis nur allzu genau.

Der 44-jährige Grieche war Trainer in Osnabrück, als er Kevin Schweiger aus der Jugend in die erste Mannschaft holte. "Er hat mir das Leben schon damals schwer gemacht, er hat mich geschliffen nach dem Motto: entweder hart oder gar nicht", berichtete Schweiger lächelnd. Später arbeiteten die beiden auch bei den Uni-riesen in Leipzig zusammen. ",Dimi\' weiß, was ich kann, und wir wissen beide, was wir voneinander erwarten können." Sportlich wie menschlich: Schweiger ist der Sohn der Lebensgefährtin von Polychroniadis. Aber diesen Umstand halten beide aus dem Sport raus. Der Coach erklärte zur Schweiger-Premiere: "Ich bin froh, dass Kevin da ist. Er hat uns in der Defensive geholfen. Das war ein guter Auftakt. Und ich hoffe auf mehr."

Schweiger ist auch froh, "dass ich den Schritt gemacht habe, obwohl ich meine Freundin vermisse". Zu seinem privaten Glück hält er per Telefon oder Computer Kontakt. Louise Lyksborg ist Handballerin bei Viborg HK, kennengelernt haben sie sich in Leipzig, wo die 25-Jährige bis 2012 für den HC Tore erzielte. Für sie war Schweiger nach Dänemark gegangen. "Wenn es mal dringend ist", sagte er nun, "dann sind es bis zu ihr auch nur sechs Stunden."

Aus Magdeburger Sicht sind derzeit nur Punkte dringend: am 12. Januar in Leverkusen, am 16. Januar gegen Cuxhaven. "Zwei wichtige Spiele, die wir gewinnen müssen", weiß Schweiger. Wenn dann der Klassenerhalt in der 2. Liga geschafft ist, und "wenn alles passt" für ihn und auch für das private Glück, dann kann sich der 1,93-Meter-Mann ein Engagement über die Saison hinaus vorstellen.

Aber zunächst kommt die Arbeit und der Kampf - auch für den Glanz der anderen.