Magdeburg l Für einen Trainer wie Dimitris Polychroniadis ist folgende Erkenntnis ebenso deprimierend wie die Niederlage vom Donnerstagabend: "Es hat sich leider herausgestellt, dass wir keine defensivorientierte Mannschaft sind", sagte der Coach nach dem 73:85 (38:47) seiner Otto Baskets Magdeburg im Abstiegskampf gegen die BasCats Cuxhaven.

Ausgerechnet der Mann, der sieben Verteidigungsvarianten für sein Team kreiert hat, musste feststellen, dass der Weg zum Erfolg des Zweitligisten nicht primär in der Abwehr geebnet wird. Seine Rechnung lautet deshalb: "Wenn wir 80 Punkte markieren, können wir gewinnen. Aber wenn wir 80 Punkte fressen, sind wir dabei zu verlieren." Das jüngste Ergebnis hat ihm wieder mal Recht gegeben.

Es sind nur drei Minuten gewesen, in denen die Baskets die Partie verloren haben. Es waren jene drei Minuten im ersten Viertel (15:27), als "wir in einer Phase zwei Verteidigungssysteme gleichzeitig gespielt haben", resümierte der 44-Jährige - was Cuxhaven zu einer Serie nutzte. Das Kommunikationsproblem war das eine, das fehlende Händchen bei Distanzwürfen (vier aus 18 Dreier) das andere Problem Magdeburgs in dieser Partie.

Weil kein Einzelner "den Unterschied in der Pro A ausmacht", so Polychroniadis, funktionieren die Otto Baskets nur mit der Qualität aller Akteure, Ausfälle kann sich dieses Team nicht leisten. Larry Wright zum Beispiel war vor allem verpflichtet worden, im Schnitt 15 Punkte zu sammeln. Wright überzeugt dann auch im Training mit tollem Wurfgefühl. "Neulich habe ich ihm gesagt: Wenn du 50 Dreier in Serie triffst, dann kannst du nach Hause. Nach zehn Minuten war er weg", berichtete Polychroniadis. Am Donnerstag probierte sich der 26-Jährige nicht mal an solch einem Distanzwurf, zwei Zähler von der Freiwurflinie waren seine einzige Ausbeute. Aber letztlich "kann er uns nächste Woche auch ein Spiel entscheiden", weiß Polychroniadis.

Dieses Potenzial hat sicher auch Leonard Washington. "Er hat gezeigt, dass er mehr als nur eine Sache im Repertoire hat", lobte der Coach den 25-jährigen Neuzugang. 14 Zähler sammelte Washington bei seinem Debüt, womit er zweitbester Scorer nach Edward Seward (15) war.

Gegen Cuxhaven überzeugten aber vor allem Lars Meyer mit einer Glanzleistung und Terry Tzakopoulos, der als Point Guard ab dem zweiten Viertel "unserem Spiel viele Impulse gegeben hat", sagte Polychroniadis. Der 29-Jährige hatte im VIP-Raum nach dem Match die Chance, den Sponsoren etwas Positives mit in die Nacht zu geben. Er sagte: "Heute ist für uns ein schlechter Tag. Aber jeder von uns wird alles geben, um die Saison erfolgreich zu beenden." Tzakopoulos hatte sich und das Team nach der Niederlage gar nicht erst verteidigt, er ist gleich wieder auf Angriff gegangen.