Magdeburg l Der sechsfache deutsche Basketball-Meister Brose Baskets Bamberg kommt voraussichtlich Ende August im Rahmen der Saisonvorbereitung zu einem Testspiel zu den Otto Baskets Magdeburg. Darauf verständigten sich am Montag am Rande einer Sponsorenveranstaltung in Magdeburg Bambergs Manager Wolfgang Heyer und Kristian Tolk, Präsident des BBC Magdeburg. Ein genauer Spieltermin steht noch nicht fest. Nach Wunsch des BBC soll das Spiel möglichst in einer Partnerschaft münden - die erste Kontaktaufnahme war durchaus vielversprechend.

Unter dem Motto "Von der Turnhalle in die Euroleague" skizzierte Heyder, seit 1999 Manager der Brose Baskets, vor etwa 40 geladenen Gästen die Erfolgsstory der Franken. Zuletzt holte Bamberg dreimal in Folge das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg. Besonders beeindruckend: Die Bamberger Heimspiele sind seit Jahren ausverkauft. 6800 Zuschauer gehen in die Brose Arena, die in der vergangenen Saison 21 Mal bis auf den letzten Platz gefüllt war.

Otto Baskets von hohen Zuschauerzahlen weit entfernt

Für Heyder ist eine breite Akzeptanz der wesentliche Schlüssel, um Erfolg zu entwickeln. "Wir müssen alle mitnehmen, einen Community-Gedanken entwickeln. Das war vom ersten Tag an mein Credo und ist es noch heute", beschieb der charismatische 57-Jährige seine Arbeit. Gezieltes Ticketing, nachhaltige Jugendarbeit und TV-Reichweite seien weitere wesentliche Erfolgsfaktoren.

Von Erfolgen und Zuschauerzahlen wie in Bamberg sind die Otto Baskets im Jahr eins von Profi-Basketball weit entfernt. Vor allem mit dem Zuschauerzuspruch hadert Präsident Kristian Tolk, der derzeit im Durchschnitt bei 664 Besuchern liegt. "Da sind wir noch lange nicht, wo wir hinwollen. Da ist auch im Etat eine Lücke entstanden, die es zu schließen gilt", bestätigte Tolk. Die Summe bewegt sich im mittleren fünfstelligen Bereich.

Otto Baskets kämpfen weiter um Klassenerhalt

Insgesamt sei das Projekt 2. Bundesliga wirtschaftlich aber auf einem guten Weg. Vor der Saison hatte der ehemalige Regionalligist das Saisonbudget auf rund 500.000 Euro vervierfacht. "Bei den Sponsoring-Einnahmen sind wir auf der Zielgeraden", betonte Tolk.

In den verbleibenden sieben Spielen - am Freitag reist die Mannschaft von Trainer Dimitris Polychroniadis nach Jena - sei es das vordringliche Ziel, den Klassenerhalt unter Dach und Fach zu bringen. "Platz 14 bleibt unser erklärtes Ziel. Dafür wollen wir als Vorstand Ruhe im Umfeld bieten", erklärte Tolk.

Daniel Müller, Geschäftsführer der 2. Basketball-Bundesliga, würde sich freuen, wenn Magdeburg auch im nächsten Jahr der zweithöchsten Spielklasse angehören würde. "Der Standort bietet die Möglichkeit, Basketball langfristig zu entwicklen. Und das Beispiel Magdeburg mit dem Ziehen einer ,Wild Card" hat schon Schule gemacht", lobte Müller. Deutlich wurde aber auch: Bis zum Niveau der Brose Baskets ist es in Magdeburg noch ein ganz langer Weg.