Magdeburg l Dimitris Polychroniadis sieht keinen Gesprächsbedarf mit Jeramie Woods. Der Trainer braucht vor dem kommenden Wochenende nur die Ansage des 23-Jährigen, "ob er mental und körperlich bereit ist zu spielen". Zur Vergangenheit gibt es nichts mehr zu diskutieren, sagte der Grieche. Die jüngste Vergangenheit erklärt sich darin, dass Woods, der Small Forward, sich bei den Gießen 46ers (65:76) nicht in der Lage sah aufzulaufen - trotz der Erlaubnis der medizinischen Abteilung der Otto Baskets. Woods, der zuletzt Schmerzen in der Wade beklagte, war trotzdem nach Gießen mitgereist, was Polychroniadis wohl zusätzlich geärgert hatte: "Mir wäre lieber gewesen, er hätte an diesem Tag noch dreimal Physiotherapie gemacht", sagte der Coach, dessen Blick aber nicht mehr zurück, sondern nach vorn geht - und zwar direkt zum Saisonfinale.

Das steigt am Freitag gegen Ehingen/Urspringschule (19 Uhr) und am Sonntag gegen Chemnitz (17 Uhr), dann greifen die Magdeburger in der Gieselerhalle nach ihrer letzten Chance auf den Klassenerhalt - zwei Siege sind dazu zwingend notwendig. Woods wollte sich zu seinem möglichen Einsatz am Montag zwar nicht äußern. Aber allein an seiner Bilanz in 27 Saisoneinsätzen lässt sich ablesen, wie wichtig er im Endspurt für die Baskets wäre: Er hat im Schnitt mehr als 25 Minuten auf dem Parkett gestanden und dabei 8,3 Punkte markiert. Auch deshalb hat sich der BBC mit ihm schon über eine gemeinsame Zukunft unterhalten, berichtete Präsident Kristian Tolk, eine unterschriftsreife Einigung liegt allerdings noch nicht vor.

Um seine Zukunft muss sich auch Dimitris Polychroniadis nicht sorgen. "Ich habe hier vor elf Monaten einen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben", sagte er. Den möchte er erfüllen, wenngleich "man sich nach der Saison hinsetzen und das Spieljahr gemeinsam analysieren wird", so der 44-Jährige. Er habe jedenfalls keinen Plan hinsichtlich eines Wechsels: "Ich habe nur den Plan, meine Mannschaft auf die nächsten beiden Spiele vorzubereiten."

Und bleibt es tatsächlich nur bei diesen beiden Begegnungen? Am Montagnachmittag suchte Präsident Tolk noch nach Rat bei erfahrenen Clubs in der Frage, ob der BBC nach abgewiesenem Protest des Spielleiters Jochen Böhmcker gegen die Wertung der Nürnberg-Niederlage (72:73/Volksstimme berichtete) nicht doch das Schiedsgericht der Bundesliga als nächste Instanz bemühen sollte - was 750 Euro kosten würde. Der Verein moniert beispielsweise, dass die von ihm benannten Zeugen nie befragt wurden. Es ging dabei um einen Foulpfiff, den sowohl die Baskets als auch das Kampfgericht nach Spielende gehört hatten - anders als die Referees.

Die Entscheidung des Präsidiums für oder gegen eine Berufung und damit für oder gegen die Chance auf ein Wiederholungsspiel gegen Nürnberg zögerte sich dann offenbar bis in die Nacht hinaus. Zumindest lag bis zum Redaktionsschluss am Abend eine vereinbarte Mitteilung nicht vor.

Dafür arbeiten Tolk und seine Mitstreiter "mit Hochdruck" am Lizenzantrag für die neue Saison, den der BBC für die Pro A und B stellen wird. Bis zum 31. März muss dieser beim Verband "Die Junge Liga" eingegangen sein. Und ein Kriterium für die Lizenzerteilung ist, dass alle Forderungen des Verbandes beglichen sind. Im Falle des BBC heißt das: Bis spätestens 15. April muss die zweite Rate, noch offene für die Wildcard, mit der sich der Verein die Teilnahme an der Pro A gesichert hatte, bezahlt werden. "Und das kriegen wir auch hin", betonte Tolk.