Der Trainer:
Jens Härtel hat sich nach seinem Amtsantritt im Sommer den Ruf als akribischer Arbeiter erworben. Die Früchte konnte der 45-Jährige bisher nicht ernten. Am Sonntag gab es erstmals "Härtel-raus"-Rufe. "Das ist natürlich unangenehm. Aber die Ergebnisse sprechen auch gegen mich", räumte Härtel nach dem 1:2 gegen Neustrelitz unumwunden ein. Mit seiner Spiel-Philosophie und der Art seiner Ansprache soll Härtel bislang keinen Zugang gefunden haben, wie aus Mannschaftskreisen zu hören ist. Vorgänger Andreas Petersen "punktete" immer wieder mit seiner kumpelhaften Art - davon ist der eher introvertierte Härtel weit entfernt. "Entscheidend ist, dass der Trainer die Mannschaft hinter sich bringt. Dazu haben wir am Sonntag noch lange gesprochen", sagt Sportchef Mario Kallnik.

Der Kader:
Die Mannschaft trägt die Handschrift von Jens Härtel. Acht Spieler mussten im Sommer gehen, sieben Wunschspieler des Trainers (Silvio Bankert, Marcel Schlosser, Kevin Kruschke, Jan Glinker, Sven Reimann, Nicolas Hebisch, Niklas Brandt) kamen im Sommer. Als echte Verstärkung oder gar als Führungsspieler konnte sich bisher keiner hervortun. "Wir haben sicher noch nicht bekommen, was wir uns versprochen haben. Aber auch die sogenannten ,Alten` können es doch viel besser. Jetzt müssen sich Führungsspieler herauskristallisieren", fordert Kallnik. Dazu kamen immer wieder Verletzungen (Beck, Bankert, Felix Schiller, Christoph Siefkes, u.a.), die Härtel zu Umstellungen zwangen.

Das Selbstbewusstsein:
Vier Niederlagen in Folge hat es lange nicht mehr für den FCM gegeben. Dazu galt die Mannschaft nach Platz zwei im Vorjahr, Landespokalsieg und dem Überraschungserfolg im DFB-Pokal gegen den FC Augsburg als heißer Meisterschafts- anwärter. Umso schwerer fällt es nach der Niederlagenserie und wachsender Kritik, die richtigen Entscheidungen auf dem Platz zu treffen. Mangelnde mentale Frische begünstigte gegen Neustrelitz manchen haarsträbenden Abwehrfehler - ob von René Lange vor dem 0:1 oder von Torge Bremer und Christopher Handke vor dem 0:2. "Wir hatten keinen klaren Kopf", fasste Kapitän Marius Sowislo die plan- und hilflose Vorstellung gegen den Vorjahresmeister treffend zusammen.

Der Angriff:
Der Sturm des FCM ist momentan nur ein laues Lüftchen - vor Torjäger Christian Beck muss sich momentan niemand in der 4. Liga fürchten. Gegen die TSG Neustrelitz musste Beck (1 Saisontor) schon zur Halbzeit raus: die Höchststrafe für ihn. Lars Fuchs wird zurzeit auch gebraucht, um überhaupt Torgefahr zu kreieren. Trotzdem hat er schon sechs Treffer. Hinter Beck und Fuchs klafft indes eine große Lücke im Kader. Auf eine derartige Ladehemmung (oder Verletzung) war und ist der FCM nicht vorbereitet gewesen. "Wir haben zwei Top-Stürmer. Wir haben uns vor der Serie bewusst entschieden, nicht einen weiteren Top-Stürmer zu holen", sagt Kallnik. Neuzugang Hebisch kam über Ansätze bisher nicht hinaus - einen Beck in Top-Form kann er nicht annährend ersetzen.