Magdeburg l Toni Kohlmeyer ist nicht mehr der Geschäftsführer des BBC und erst recht nicht jener Unternehmergesellschaft (UG), die das Spielrecht der Otto Baskets (2. Bundesliga Pro B) übernehmen sollte. Dieser Plan ist gescheitert, die UG wird aufgelöst, ein Hauptamt damit nicht mehr notwendig - vorerst (Volksstimme berichtete). "Das Thema UG kam zu früh, es waren Festkosten entstanden, die sich nicht einspielen ließen", erklärte BBC-Präsident Kristian Tolk. Trotzdem: "Wir können die Ausgliederung nicht auf die lange Bank schieben. Es gibt kaum noch eine Profimannschaft, die in den Strukturen eines eingetragenen Vereins läuft." Die Ziele des BBC haben sich also auch mit dem Ende der UG nicht geändert. "Wir wollen den Profibasketball etablieren und den Verein sanieren", betonte Tolk.

Die nun ehrenamtlichen Aufgaben dafür wurden bereits neu verteilt. Tolk kümmert sich um Finanzen, sein Vize Peter Bogel um den sportliche Bereich - und Kohlmeyer bleibt für Ligaverband und Sponsoren erster Ansprechpartner. Denn das ist die gute Nachricht aus den Verhandlungen der vergangenen Tage: "Wir haben uns darauf verständigt, die Zusammenarbeit mit Toni fortzusetzen", sagte Tolk. Ein befristetes Engagement des 30-Jährigen? "Befristet in dem Sinne: Bis ich irgendwann in Rente gehe", meinte Kohlmeyer. Die zweite gute Nachricht lautet: "Wir haben es geschafft, eine breitere Basis aufzubauen. Zehn, zwölf Leute, die dem Verein nahestehen, werden sich aktiver engagieren", so Tolk. "Das ist der Unterschied zur Vergangenheit."

Es gibt ausreichend zu tun. Die Sanierung ist jeden Tag eine Herausforderung, mit laut eigener Angaben 250 000 Euro Schulden aus der vergangenen Pro-A-Serie war der BBC im Sommer gestartet. "Alles, was wir über die Saison hinaus planen, ist nur eine grobe Schätzung", so Kohlmeyer. "Wir müssen immer auf aktuelle Situationen reagieren. Deshalb wird es im nächsten Spieljahr kein My einfacher für uns." Heißt: Im Idealfall werde die Sanierung drei Jahre dauern.

Dafür muss sich einiges verbessern. Die drei Herren, die am Mittwochmorgen in einem Magdeburger Café saßen, räumten Versäumnisse in der Vergangenheit ein. Zum Beispiel in der Kommunikation mit Gläubigern und Unterstützern. "Man kann immer alles besser machen", sagte Bogel. "Wir wissen, dass Magdeburg ein Dorf ist, jedes kleine Versäumnis tritt eine Lawine los. Und wir sind dran, dies zu verhindern."

Wie die Situation in dieser Saison aussieht, erklärte Tolk so: "Wir drehen jeden Euro 30-mal um, und wir denken 50-mal nach, wie wir ihn ausgeben." Zumindest ist es zu keinen akuten Verzögerungen gekommen bei den Zahlungen an die Spieler. "Sie werden in der Regel in dem Monat vorgenommen, in dem sie auch fällig sind. Nur gelingt es nicht immer auf den Tag genau." Bogel: "Das ist natürlich nicht optimal. Wir wissen selbst, dass nur ein Team, das rundum zufrieden ist, auch sportliche Leistungen bringt."

Sportlich läuft es. Das Ziel Play-offs haben die Otto Baskets fest im Blick. Bis zum 31. März kann der BBC neben dem Lizenzantrag für die Pro B auch jenen für die Pro A stellen. Aber wird er Letzteres auch tun? "Darüber haben wir noch nicht diskutiert", sagte Tolk. "Die Frage lautet: Kann ich mit der Pro A mehr Sponsoren akquirieren als mit der Pro B? Der Aufstieg funktioniert definitiv nicht, wenn auf der Einnahmeseite alles beim Alten bleibt." In der Pro B reicht ein Etat von 300 000 Euro, eine Klasse höher muss das Doppelte veranschlagt werden, um überhaupt konkurrenzfähig zu sein. Genau davon ist der BBC finanziell noch einiges entfernt.