Magdeburg l Nicht immer hält sich Martin Wierig fernab von Söhnchen Matthis (2) und Freundin Kristin mit so viel Freude und Motivation in der zweiten Heimat Kienbaum auf, wie dieses Mal. Auf den 27-jährigen Magdeburger wartet nämlich am Sonnabend beim 2. "Istaf Indoor" eine willkommene Abwechslung zwischen Kraft-Bolzen und Würfen mit schweren Geräten, die das harte Wintertraining für gewöhnlich mit sich bringt.

"Diskus untern Dach, das ist schon etwas Außergewöhnliches. Die Leute sind tierisch nah dran, die Stimmung ist alleine schon durch die Lautstärke ganz anders", gerät Wierig ins Schwärmen. "Ich freue mich jedenfalls schon sehr auf den Wettkampf. Und viele mit mir. Ich habe über 40 Tickets gekauft und somit quasi meinen eigenen kleinen Fanblock dabei."

Ohnehin sind Wettkämpfe in der Halle für Diskuswerfer nach wie vor so selten wie Würfe über die 70-Meter-Marke. Doch das Istaf Indoor macht`s möglich. Mehr noch. Die Flugshow ist einer der Höhepunkte, mit dem die Veranstalter werben. Bei der Premiere im Vorjahr hatten über 10 000 Zuschauer den Kampf der Diskus-Hünen aus nächster Nähe miterlebt. Als Sieger wurde damals aber nicht Lokalmatador Robert Harting bejubelt, sondern Wierig. Mit 64,82 Metern stahl der 27-Jährige allen die Show.

Natürlich hätte Wierig am Samstagabend nichts gegen eine Duplizität der Ereignisse. Aber dagegen spricht schon alleine, dass Harting wegen eines Kreuzbandrisses nur zuschauen kann. Auch Zeitpunkt und Form lassen Wierig, der beim Winterwurf in Halle vor zwei Wochen auf "ganz passable" 62,82 Meter gekommen ist, die Erwartungen nicht zu hoch schrauben oder gar an Rekorde denken. Der Welt- und Europarekord in der Halle steht seit Februar 2012 bei 69,51 Meter, aufgestellt vom Esten Gerd Kanter in Växjö (Schweden).

"Ich habe mit ein paar technischen Problemen zu kämpfen. Vor allen der Beginn der Drehung passt noch nicht so wie wir uns das vorstellen." Außerdem sei das Meeting in diesem Jahr zwei Wochen früher. "Ich habe zwar insgesamt über den Winter hinweg gut trainiert, aber ich bin eben noch nicht ganz so weit wie im letzten Jahr.

Doch nicht nur was die Weite betrifft, will sich Wierig "überraschen lassen". Denn so richtig weiß der Polizeihauptmeister noch nicht, was ihn beim angekündigten "Mixed-Wettkampf" erwartet. "Ich weiß nur, dass passend zum Valentinstag vier oder fünf Pärchen gebildet werden sollen. Wie gewertet wird, weiß ich nicht." Und wer wäre seine Wunschkandidatin? Wierig ganz diplomatisch: "Das ist mir eigentlich egal, die können ja alle weit werfen."

Julia Fischer, die Freundin von Harting, weiß dagegen genau, was sie will: "Duo-Wertung, da brauche ich auf jeden Fall einen Partner, mit dem ich gewinnen kann. Robert fällt ja aus. Der zweitbeste Deutsche ist Martin Wierig, der muss es dann schon sein.