Rostock/Magdeburg l Am Sonnabendmorgen klingelte das Telefon von Peter Bogel: "Ich brauche Krücken, ich kann nicht laufen", teilte Chris Frazier dem Vizepräsidenten des BBC mit. Bogel holte den 24-Jährigen ab, es ging zur Untersuchung in die Vogelsang-Klinik, es wurde diagnostiziert: "Fraktur im rechten Mittelfuß". Die Saison ist für den Dreier-Spezialisten der Otto Baskets, der beim Training am Freitagabend nach einem Sprung unglücklich gelandet war, beendet. "Das ist erschreckend", meinte Trainer Dimitris Polychroniadis.

Auf der Zielgeraden der Saison in der 2. Bundesliga Pro B gehen den Magdeburgern die Spieler aus, nach Phil Stachula (Kreuzbandriss) und Joe Buck (Rücken) ist Frazier der dritte Leistungsträger innerhalb nur weniger Wochen, der der Mannschaft nicht helfen kann. Deshalb wäre es einer Sensation gleichgekommen, wenn die Ottos am Samstagabend beim Tabellenführer Rostock Seawolves gewonnen hätten - sie verloren aber mit 63:76 (17:18, 17:16, 13:20, 16:22). Steven Monse war mit 17 Punkten bester Werfer seines Teams. "Wir hatten nur minimale Chancen auf den Sieg", resümierte Polychroniadis.

Der 45-Jährige hatte selbst die Nachricht vom Frazier-Unglück zur Abfahrt um 12 Uhr erhalten, bis zur Ankunft in Rostock hatte der Grieche Zeit für den Griff in die Trickkiste. "Für mich ist es einfach, ich kann das Spiel im Kopf durchspielen, aber die Mannschaft muss das auch auf dem Feld umsetzen." Das konnten die verbliebenen acht "Ottos" zunächst nicht, als sie mit 12:2 nach fünf Fehlern (von insgesamt 17) und vier Minuten zurücklagen, sie konnten es in der Schlussphase nicht mehr, als sie beim 64:58 (38.) noch auf Tuchfühlung waren, aber dann mit letzter Kraft Tempo und Risiko suchten und ihre Chancen vergaben. Zwischenzeitlich (42:42/26.) hatten sie die Partie mit großem Kampf offengehalten, "jedem gebührt deshalb ein Lob", sagte Polychroniadis.

Letztlich aber "waren für mich die offensiven Rebounds der entscheidende Faktor". 21 ihrer 51 Rebounds gewannen die Rostocker unterm Korb der Magdeburger, "und sie nutzten dann ihre Chancen einfach gut".

Rostock Seawolves: Crayton 12/4, Hellmann 8/5, Vogt 14/3, Lopez Dittert 0/4, Owczarek 3/0, Lange 4/1, Hakanowitz 0/6, Anzuluni 19/17, Slavchev 16/7
Otto Baskets: Orlando 9 Punkte/8 Rebounds, Wendt 2/0, Ghebreigziabiher 13/8, Mondo 8/7, Monse 17/4, Rauch 2/4, Gillette 12/9, Vervuert 0/0