Magdeburg l Franziska Hentke vom SCM hat die WM-Norm unterboten, sie ist über 200 Meter unter die Top-Ten der Jahresweltrangliste "geschmettert": Das alles am Wochenende in ihrer Elbehalle beim 25. Gothaer Pokal, den sie aufgrund der stärksten individuellen Leistung (in Relation zum Weltrekord) mit 852 Punkten gewonnen hat. "Jetzt können die deutschen Meisterschaften kommen", freute sich die 25-Jährige über ihre Zeit von 2:08,47 Minuten.

Bei den Männern setzte sich Poul Zellmann in der Pokalwertung (764) durch: mit 4:00,63 Minuten über 400 Meter Freistil. Zufrieden war er damit nicht. Der 19-Jährige meinte, zum jetzigen Zeitpunkt schneller schwimmen zu müssen, seine Bestzeit steht über diese Distanz bei 3:51,25: "Ich bin mit ihm zufrieden, nur Poul muss mit sich geduldiger werden", sagte indes sein Trainer Bernd Berkhahn. Bis zu den nationalen Titelkämpfen sind es noch zehn Tage, sie werden vom 9. bis 12. April in Berlin ausgetragen. Der SCM hat dazu 21 Damen und Herren für 72 Einzelstarts und eine Männer-Staffel (4x200 Meter Freistil) gemeldet.

Für einige geht es dann um alles, das wurde am Wochenende allein im Verhalten deutlich: Sie schütteln keine Hände mehr, sie meiden den näheren Kontakt mit ihrer Umwelt. "Ich will nicht mehr krank werden", sagte Johanna Friedrich, die Freistil-Spezialistin, die am Sonnabend über 100 Meter in 59,36 Sekunden gewann. Die 20-Jährige, Hentke oder auch Zellmann kämpfen in Berlin um die Norm für die Weltmeisterschaft in Kazan (Russland/25. Juli bis 9. August), Athleten wie Florian Wellbrock und Laura Kelsch (15) kämpfen um die Teilnahme an der Junioren-EM in Baku (Aserbaidschan), die vom 12. bis 28. Juni erstmals als Europaspiele in 29 Sportarten ausgetragen wird.

Der Gothaer Pokal war nun der letzte Härtetest vor den höheren Aufgaben. Ein Wettbewerb, in den Bernd Berkhahn ganz ohne Erwartungen gegangen war - und zum Beispiel von Hentke positiv überrascht wurde. "Die Zeit war erstaunlich", sagte die Athletin selbst nach ihrem Sieg über die 200 Meter Schmetterling. Ihre Zeit bedeutete zugleich Saisonbestleistung und Rang sechs in der Weltjahresbestenliste. "Damit habe ich nicht gerechnet." Auch Berkhahn nicht: "Sie ist schön gleichmäßig und ohne Leistungsabfall durchgeschwommen."

Das ist über die selbe Distanz auch Wellbrock, der sich in 2:04,46 Minuten durchsetzte. Über die 400 Meter Lagen hatte er mit 4:36,08 Minuten am Freitagabend eine Bestzeit hingelegt. Zur JEM peilt er allerdings Starts über 400 oder 1500 Meter Freistil und eben 200 Meter Schmetterling an, in allen drei Disziplinen gehört er inzwischen zur europäischen Spitze seines Jahrgangs. Wellbrock, der im vergangenen Sommer aus Bremen an die Elbe kam, ist von seinen Leistungen entsprechend begeistert: "Ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich in diesem Jahr so explodiere."