Eine Lehrstunde der besonderen Art erhielten die Tennissenioren Herren 55+ am Wochenende auf der heimischen Tennisanlage in der Tiergartenstraße. Innerhalb der Regionalliga Nord-Ost empfing man nicht nur den Staffelfavoriten, sondern auch den wohl heißesten Anwärter auf die deutsche Meisterschaft in dieser Altersklasse, den Tennisclub "An der der Alster" aus Hamburg.

Wernigerode (fbo). Dabei zollte der Gast aus der Weltstadt Hamburg dem kleinen Club aus dem Harz schon dadurch Respekt, dass man mannschaftlich in voller, das heißt Bestbesetzung, antrat.

Die Mannen um Rolf-Jürgen Brunotte gaben sich sportlich keiner Illusion hin, war doch die Kräfteverteilung schon auf dem Papier im Vorhinein eindeutig zugunsten der Gäste geklärt. So verfügen die Hamburger, mit Jussi Juvakovski (FIN), Thies Röpke sowie der aktuellen internationalen Nummer eins Alan Rasmussen (DEN) über nationale wie internationale Hochkaräter in ihren Reihen, die den Tennissport von Kindesbeinen an semiprofessionell betreiben oder als Profitrainer in ihren Heimatländern bis heute tätig sind. Von Anbeginn standen deshalb nicht mögliche Siege oder hart umkämpfte Spiele im Vordergrund: "Mitspielen" und "Lernen" und sich als bestmögliche Gastgeber zeigen hieß die Devise der Wernigeröder. Und dies gelang. Die Zuschauer sahen dominierende Hamburger, die ihr Tenniskönnen zeigten und ihre individuellen Stärken demonstrierten. Vor allem die enorme Variabilität und zugleich Konstanz in allen Schlägen und Ballwechseln bei den Gästen beeindruckte.

Bemerkenswert war aber auch die Freundlichkeit der Gäste, die sich sichtlich wohl auf der Anlage des TC Wernigerode fühlten und sich zu keinem Zeitpunkt überheblich zeigten. Besondere Anerkennung zollten die Hamburger der hohen Qualität und hervorragenden Beschaffenheit der Plätze sowie dem familiären Charme. Besonders geehrt fühlten sich die Wernigeröder Verantwortlichen denn auch über das Lob des Weltranglisten-Ersten Alan Rasmussen aus Dänemark. Attestierte dieser doch der Anlage an der Tiergartenstraße durchaus die Vergleichbarkeit mit den besten Westdeutschlands. "Ich habe schon sehr lange nicht mehr auf so gutem Belag gespielt. Hier schlägt ein großes Herz für den Tennissport – das spürt man sofort", so Rasmussen. Wenn man bedenkt, auf welchen internationalen Schauplätzen dieser Ausnahmespieler jährlich gastiert, sind diese Worte Ansporn genug, weiter in den Tennissport in Wernigerode zu investieren und allen Tennisfreunden im Harz auch zukünftig solche sportlichen Wettkämpfe bieten zu können.

Die deutliche 0:9 Niederlage geriet am Ende zur Nebensache und wurde von den TVW-Akteuren schnell abgehakt.