Der Stadtrat möchte, dass in der Innenstadt sogenannte Fahrradboxen für Radtouristen aufgestellt werden. Keine leicht umzusetzende Forderung, wie eine Stellungnahme des Rathauses dazu zeigt.

Magdeburg. Die Fahrradboxen haben in Magdeburg keinen einfachen Stand. Im Klartext: So richtig haben möchte sie niemand und genutzt werden sie so gut wie gar nicht. Das geht jetzt aus einer Stellungnahme der Verwaltung hervor. Der Stadtrat hatte auf Antrag der Grünen beschlossen, dass der Oberbürgermeister, in persona seine Verwaltung, einen Standort für Fahrradboxen zwischen Rathaus und Elbe und Dom und Elbe suchen solle. Allerdings, der Betrieb der Boxen dürfe die Stadt nichts kosten.

Das Aufstellen von Fahrradboxen ist in Magdeburg nicht ganz unproblematisch. Die Boxen sind vor allem für Fahrradtouristen gedacht. Der Reisende kann seinen Drahtesel nebst Gepäck gegen eine Gebühr in so einer Box abstellen, einschließen und sich die Stadt anschauen.

17 Fahrradboxen gibt es in Magdeburg, das Land hatte sie im Rahmen eines touristischen Förderprogramms aufstellen lassen. An der Lukasklause wurden fünf platziert, am Elbauenpark 12. Allerdings war die zuständige Trägergesellschaft des Landes (TGL) damit nicht gerade zufrieden, denn eigentlich sollten die Boxen zentral in der Altstadt aufgestellt werden. Dafür war von der Stadt aber keine Genehmigung zu bekommen, da die schlichten grauen Alu-Boxen neben den Denkmalen Kloster oder Dom nicht gerade schön aussahen. Am Ende kam man dann mit der Elbauenpark-Verwaltung und der Otto-von-Guericke-Gesellschaft zwecks Standorten ins Geschäft.

Die Freude währte jedoch nicht sehr lange. Als die Lukasklause ausgebaut wurde, wanderten die Boxen "vorübergehend" auf den Hof des Städtischen Abfallwirtschaftsbetriebes. Nach dem Umbau der Lukasklause wollte die Otto-von-Guericke-Gesellschaft die Fahrradboxen lieber nicht mehr zurücknehmen, weil sie, wie bekannt, alles andere als schön mit Grafitti beschmiert sind. Und wenn sie jemand haben wolle, stelle auch die Elbauenpark-Verwaltung ihre Boxen gern zur Verfügung, da sie von Radtouristen so gut wie nie benutzt würden.

Folglich hätte die Stadt 17 Fahrradboxen, die sie in der Innenstadt aufstellen könnte, gäbe es da nicht das Problem der Schließanlagen. Denn der Fahrradtourist muss ja den Schlüssel oder aber die Zahlenkombination für ein Boxschloss irgendwo herbekommen. Kostenneutral, wie vom Stadtrat gefordert, kann das für die Verwaltung allerdings nicht umgesetzt werden. Abhilfe könnten dabei Unternehmen, vornehmlich aus der Gastronomie, schaffen, die Fahrradboxen betreuen. Die Stadt hat dazu bereits zahlreiche Unternehmen angeschrieben, jedoch hat nur eines an der Buttergasse ein "unverbindliches Interesse" bekundet. Mehr aber auch nicht.

Um die Forderung des Stadtrats nach Fahrradboxen umzusetzen, schlägt das Rathaus auch das Ausloten von Alternativen vor. So könnten beispielsweise Räumlichkeiten oder Innenhöfe in der Innenstadt angemietet und zum Abstellen von Touristen-Fahrrädern gegen Entgelt zur Verfügung gestellt werden. In der Stadt Ueckermünde werde dies erfolgreich so gehandhabt.

Grundsätzlich schlägt die Stadt in Sachen Fahrradboxen vor: weiter nach Standorten für die vorhandenen Boxen suchen, versuchen, Sponsoren zu gewinnen und nach Alternativen Ausschau halten. Und das möglichst bis zum kommenden März.