Die junge Magdeburger Band Keyno drehte am vergangenen Sonntag im Projekt 7 ihr erstes Musikvideo für den Song "strawberry tree". P 16 war für euch dabei und horchte die vier Bandmitglieder Jessica, Sebastian, Jan und Olaf nach ihren musikalischen Vorbildern, Inspirationsquellen und ihren Wünschen für die Zukunft aus.

Magdeburg. Auf der Bühne im Projektraum steht ein selbst gebauter Erdbeerbaum aus Holz mit einer leuchtenden Girlande. Davor sitzt ein Kamerateam und berät über die nächste Szene. Junge Leute schleppen Kisten und positionieren Requisiten. Im Hintergrund flackern Bildschirme mit der Aufschrift "Keyno".

Vier junge Magdeburger stehen im Mittelpunkt der Scheinwerfer: Jessica Drazkiewicz ist Studentin, Sebastian von Enzberg ist Doktorand an der Universität, Jan Draheim ist Musiker und Olaf Poenicke arbeitet beim Fraunhofer Institut. Seit Januar 2010 gibt es sie in dieser Formation mit dem Bandnamen "Keyno". "Der entstand bei einem Brainstorming. Einfach, kurz und prägnant", sagt Jessica. Musik hat das Leben aller Bandmitglieder geprägt. Sie spielten und sangen in Schülerbands und Musical-AGs, und mit der Musik ging es weiter. So waren Jessica und Jan zusammen in einer Big Band. Jeder von ihnen hat vorher schon einmal Musik gemacht. Dabei lernten sie sich kennen und haben sich in dieser Konstellation zusammengefunden.

Ihre Musik nennen sie "Redpop" – eine ganz eigene Kreation von Keyno. Olaf beschreibt den Stil so: "Es ist frischer guter Pop, dazu etwas Jazz." Die Bezeichnung haben sie selbst erfunden, denn sie hören gerne diese Mischung. Zu den musikalischen Vorbildern von Keyno zählen Jamie Cullum. Lykke Li und Robin sind für Jessi von Bedeutung. Olaf hört gern die Beatles, bei Jan kommt Phil Collins aus den Lautsprechern, während Sebastian Oscar Peterson bevorzugt. Dazu spielen Wouter Hammel und das Esbjön Svensson Trio eine wichtige musikalische Rolle im Leben der Band, deren Songs in englischer Sprache geschrieben sind. "Damit wollen wir ein breites Publikum erreichen", meint Jessi. Es ist die Weltsprache schlechthin, sehr bekannt und zu verstehen.

Am Schaffensprozess ist die komplette Band beteiligt, jeder einzelne steuert Ideen und Gedaken bei. Dabei entstehen Songs über "persönliche Erlebnisse, Geister und natürlich auch Liebe", berichtet Jessica, die Frontfrau der Band.

So war der Song "strawberry tree" eine Idee von Sebastian. Er sagt selbst, die Idee sei ihm im Traum gekommen. "In diesem Song geht es um Geister. Es ist eine schlimme, grausame Welt, die zerstört ist. Natürlich ist das sinnbildlich gemeint. Denn es gibt noch jemanden, der dich festhält. Eine Person, die dir vertraut und dein Fundament darstellt", erklärt er. Mit sehr emotionalen und tiefgreifenden Songs will die vierköpfige Band die Hörer auf sich ziehen.

Das Video dazu entsteht im Projekt 7. Es ist keine große, aber aussagekräftige Kulisse, mit diesem selbst gebastelten Erdbeerbaum. Das Projekt 7 unterstützt die Band dabei. Die Finanzierung läuft dennoch weitestgehend auf eigener Basis.

"Sponsoren wären wirklich eine tolle Unterstützung für uns", fügt Jan hinzu. Ein kleiner Teil wird durch Auftritte finanziert. Beim Videodreh sind viele freiwillige Helfer dabei und ein Kamerateam für die Band. In einer Schlussszene sind Fans und Freunde mit im Video zu sehen, ein kleines Dankeschön für die großartige Zusammenarbeit und Hilfe.

Die nächsten Pläne stehen schon an. "Im Februar gehen wir wieder ins Studio und nehmen Songs auf", erzählt Olaf begeistert. Einige davon sind schon fertig. Etwas Arbeit bis zur Veröffentlichung steht noch bevor. Im Mai soll dann das neue Album von Keyno erscheinen. Ihr Ziel ist es, hauptberuflich Musiker zu werden, denn Musik bestimmt ihr Leben. Bis dahin wird der abgeschlossene Videodreh gefeiert und im Frühsommer das erste Album.