Für kommunale Schulen der Stadt gibt es das Energiespar-Projekt "Fifty/Fifty" bereits seit rund zehn Jahren. Gestern wurde es mit zwei Einrichtungen auch auf die Jugendklubs der Stadt ausgeweitet. In der Einrichtung "Next Generation" in der Rogätzer Straße fiel der symbolische Startschuss.

Alte Neustadt. Wer Energie spart, schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Das ist im Grunde das Prinzip der Aktion "Fifty/Fifty", ein Projekt, das die Stadt Magdeburg zusammen mit den SWM seit rund zehn Jahren veranstaltet. Bis gestern waren daran nur Magdeburger Schulen beteiligt, jetzt wurde Fifty/Fifty auch auf die Jugendklubs der Stadt ausgeweitet. Zum Anfang erst einmal nur auf zwei, eine davon ist die Einrichtung "Next Generation" in der Rogätzer Straße 21.

Lea, Jennifer, Paul, Marcell und Alicia sind die ersten "Energiedetektive" des Klubs. Sie werden in den kommenden Monaten darauf achten, dass im "Next Generation" möglichst keine Energie verschwendet wird. Wie man das am besten macht, zeigen ihnen Manuela Theile und Silvia Thielecke. Die beiden SWM-Mitarbeiterinnen werden die Energiedetektive nicht nur auf ihre Aufgebe vorbereiten, sondern auch eine Woche lang im "Next Generation" auf vielfältige Weise zeigen, wo Energie verbraucht wird, wo man sparen kann und vieles mehr. "Es wird während des Projekts auch regelmäßig der Energieverbrauch der Einrichtung ermittelt, damit die Kinder sehen können, was eingespart wird", sagt Manuela Theile. Nach einem Jahr werde die Aktion dann ausgewertet, insgesamt dauere sie im Klub in der Rogätzer Straße drei Jahre.

"Zum Anfang haben wir erst einmal ein paar Kinder angesprochen, ob sie in einer Arbeitsgruppe mitmachen wollen", sagte Klub-Mitarbeiterin Jana Wolldeck, "wir hoffen aber, dass bald mehr Kinder und Jugendliche mitmachen." Zwischen 60 und 80 Kinder nutzen täglich die Angebote des Klubs.

Die "Energiedetektive" werden einen großen Anstecker bekommen, damit man sie als solche auch erkennen kann. Es werde regelmäßige Treffen der Arbeitsgruppe geben, in denen es natürlich um das Thema "Energiesparen" geht, sagt Jana Wolldeck. Sie geht davon aus, dass vor allem Heizkosten gespart werden könnten. "Oft sind alle Türen offen und die Heizkörper voll aufgedreht. Bei einem Jugendklub passiert das immer wieder", so Jana Wolldeck. Dieses Problem wolle man jetzt verstärkt angehen.

Und das kann richtig "Bares" in die Klubkasse spülen. Denn "Fifty/Fifty" bedeutet "Hälfte-Hälfte". Das heißt, die Energiekosten, die durch das Projekt im Jugendklub "Next Generation" eingespart werden, bekommt zur Hälfte die Stadt, die Betreiber der Einrichtung ist und zur Hälfte der Klub selbst.

Geld fließt in die Klubkasse

"Die Einrichtung kann das gesparte Geld dann nach eigenem Ermessen ausgeben", sagt Hans Walther, der für das Umweltamt das Projekt betreut. Es müsse nicht etwa für weitere Energiesparmaßnahmen ausgegeben werden, sondern der Klub könne davon auch eine große Party veranstalten oder neue Spielgeräte anschaffen. "Es soll den Kindern ja Spaß machen, wenn sie Energiekosten sparen."

Wenn Lea, Jennifer, Paul, Marcell und Alicia jetzt also darauf achten, dass alle Wasserhähne nicht tropfen, die Heizkörper nicht unnütz heißlaufen und die Lampen – natürlich nur mit Energiesparbirnen – nicht unnötig leuchten, dann tun sie nicht nur etwas für den Klimaschutz, sondern auch für ihren Kinder- und Jugendklub.

Neben der Einrichtung "Next Generation" nimmt auch das Kinder- und Jugendhaus "Weizengrund/Weiberkiste" an dem Projekt teil. Die beiden Einrichtungen wurden vom Jugendamt für den Start des Projektes ausgewählt. Beide Klubs sind modernisiert und baulich in einem guten Zustand. Das heißt, wenn dort Energie gespart werden kann, hat das einen nachhaltigen Effekt, da die Häuser zum Beispiel schon wärmeisoliert sind und moderne neue Fenster haben.

Ob das mit der Isolation auch tatsächlich funktioniert, können die neuen "Energiedetektive" im Jugendklub auch gleich unter die Lupe nehmen. Für die Einführungswoche haben die SWM ein Unternehmen damit beauftragt, sogenannte "thermische Aufnahmen" vom Klubgebäude zu machen. Auf diesen Fotos und Videos der wärmeempfindlichen Kameras können die Kinder dann ganz genau sehen, wo beispielsweise Wärme verloren geht.

Dass durch das Fifty/Fifty-Projekt tatsächlich Energiekosten gespart werden können, haben die Magdeburger Schulen in den vergangenen zehn Jahren bewiesen.

Schulen sparen 220 000 Euro ein

Nach Aussage des Rathauses haben sich bis jetzt 33 Schulen an dem Projekt beteiligt und konnten so insgesamt 220 000 Euro einsparen.

Fifty/Fifty gehört mit zum Klimaschutz-Konzept der Stadt Magdeburg. Mit Hilfe des Konzepts soll in vielen kommunalen Bereichen Energie eingespart werden, um damit den CO²-Ausstoß in Magdeburg verringern zu helfen.