Altstadt. Wer die Inszenierung von "Arsen und Spitzenhäubchen" im Theater in der Grünen Zitadelle besucht, erlebt nicht nur einen unterhaltsamen Theaterabend. Er wird auch mit einem Bühnenbild konfrontiert, bei dem es sich durchaus lohnt, es etwas näher zu betrachten. Ausstatter Piet Letz – in der Magdeburger Kulturszene alles andere als ein Unbekannter – hat nicht nur den beiden Hauptdarstellerinnen ein anderes Aussehen verliehen. Er hat dabei auch Magdeburger eingeschmuggelt, die bereits im Theaterkeller des Hundertwasserhauses aufgetreten sind.

Doch der Reihe nach.

Mal ganz ehrlich: Erkennen Sie die beiden auf den Porträts? Es sind keine Geringeren als Ingeborg Krabbe (rechts) und Inge Sievers, die in der aktuellen Inszenierung "Arsen und Spitzenhäubchen" in den Hauptrollen der Schwestern Aby und Martha Brewster zu erleben sind. Für die Ahnengalerie der Inszenierung haben die Damen einen "herrschaftlichen" Hauch bekommen. Porträts der Damen dienten als Vorlage, Bühnenbildner Piet Letz hat daraus Vater und Großvater Brewster werden lassen.

Wem beim näheren Betrachten das eine oder andere Detail bekannt vorkommt, dem sei hier verraten, woher es stammt: von Künstlern, die bereits im Theaterkeller des Hundertwasserhauses aufgetreten sind. So erhielt Ingeborg Krabbe u. a. den Bart von Frank Hengstmann, Inge Sievers ziert als Ahne der Bart von Lothar Bölck. "Solcherart Bärte trug man damals", so der Collagengestalter, "und warum nicht die ,Geister’ derjenigen einbringen, die als Erste hier auf der Bühne auftraten?" Nicht nur die beiden bekannten Kabarettisten sind vertreten, weiterhin die Pelzjacke der Künstlerin Susanne Bard sowie Anzug und Fliege des Künstlers Tobias Wollner. Neu (zumindest im Theaterkeller) sind lediglich die Hüte: Den Zylinder für den Forschervater hat Letz im Antikmarkt Fichte entdeckt und fotografiert; der breitkrempige Kopfschmuck gehört zu seinen persönlichen Utensilien. Eigentlich sollte das sein Geheimnis sein, verrät Piet Letz – doch zu spät, nun ist es heraus.

Die Kriminalkomödie "Arsen und Spitzenhäubchen" gibt es übrigens im Theater in der Grünen Zitadelle noch bis 6. März.

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